Baden
Warum die «MS Fantasia» das aussergewöhnlichste Kreuzfahrtschiff ist

Das Kinder- und Jugendtheater Lampefieber nimmt das Publikum mit auf eine Reise in die Fantasie. Mit dabei eine gebrechliche Fischerin, Meejungfrauen und Ernest Hemingway.

Philippe Neidhart (Text und Fotos)
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Das Theater «MS Fantasia» steht ganz im Zeichen der Seefahrt.
21 Bilder
Theater "MS Fantasia"
Diese beiden jungen Damen werben für die MS Fantasia.
Diese beiden jungen Damen werben für die MS Fantasia.
Ein Tanz mit Ruder und Besen.
Die Nachwuchsschauspielerinnen erschaffen eine mystische Unterwasserwelt.
Impressionen der Vorführung.
Die Akteure am Werk.
Die stolze Crew der 'MS Fantasia'.
Die Poetry-Slam-Einlage
Slapstick à la Buster Keaton.
Akrobatische Einlagen.
Akrobatische Einlagen.
Die Schauspielerinnen thematisieren auf ironische Weise die "Generation Selfie".
Lass uns ein Selfie machen.
Artistische Talente auf der Bühne.
Artistische Talente auf der Bühne.
Die MS Fantasia sticht ins Meer der Gedanken und Träume.
Die Fischerin rettet die Meerjungfrau.
Die Matrosen der MS Fantasia haben sichtlich Spass.
Die Freundschaft hat über die Verlockung obsiegt.

Das Theater «MS Fantasia» steht ganz im Zeichen der Seefahrt.

In der Ferne rauscht das Meer, das Kreischen von Möwen ist zu vernehmen. Die Besatzung des Kreuzfahrtschiffes «MS Fantasia» steht an der Reling und blickt in das bis auf den letzten Platz besetzte Theater im Kornhaus. «Tägliche Ausflüge an die wahnsinnigsten Orte dieser Welt» verspricht die Werbung, da kommen auch schon die ersten Passagiere mit riesigen Koffern und flauschigen Stofftieren im Gepäck an Bord. In der folgenden Stunde präsentieren die zwischen sechs und sechzehn Jahre jungen Darstellerinnen und Darsteller unter der Leitung von Simona Hofmann ein abwechslungsreiches Theater zwischen Artistik, Comedy und Tanzeinlagen.

Meerjungfrauen und Piraten

Bereits Homer beschrieb in seinem Epos der Odyssee mystische Kreaturen, die mit ihren betörenden Gesängen unwissende Seefahrer verführen konnten. Genauso ergeht es dem geneigten Publikum in «MS Fantasia». Eine gebrechliche Fischerin verwandelt sich in eine Balletttänzerin – mit ihren geschmeidigen Bewegungen scheint sie fast über die Bühne zu schweben. Dann gibt sie ihre wahre Identität preis: Sie ist die Verlockung. Man würde ihr gnadenlos verfallen, wäre da nicht dieses Mädchen, das immer wieder mit Fragen an die Zuschauer zur Reflexion aufruft. Und so führt einem die Reise hinaus auf das Meer – wir begegnen Meerjungfrauen und Piraten, tauchen weit hinab in das tänzerisch inszenierte Reich der Königin Neptunia.

Humor und Ernsthaftigkeit

Die kurzen Episoden ermöglichen dem Publikum einen tiefen Einblick ins Land der Fantasie. Einige der Darstellungen erinnern mit ihrem Slapstick an Stummfilme im Stil von Buster Keaton oder Charlie Chaplin. Dann wieder werden mystische Unterwasserwelten erschaffen. Aus der Dunkelheit erscheinen Quallen mit langen Tentakeln und tanzen auf der nur mit Schwarzlicht ausgeleuchteten Bühne. Immer wieder werden verschiedenste Narrative aus der Literatur und Popkultur aufgegriffen. Anspielungen auf Hemingways «The Old Man and the Sea» sind ebenso zu finden wie eine ironische Auseinandersetzung mit der «Generation Selfie». Die Kreativität kennt bei «MS Fantasia» keine Grenzen – so zeigen die Nachwuchskünstlerinnen auch was gewesen wäre, wenn die Hardrock-Legenden AC/DC als Schweine geboren wären. Und wie Fredy Mercury in der Bohemian Rhapsody stellt man sich abermals die Frage: «Is this the real life? Is this just fantasy?»