Erst vor einem Monat wurde die Postagentur im Volg an der Dorfstrasse 20 eröffnet, schon regt sich bei den Kunden Widerstand: Als «vollständig überfordert» bezeichnet Peter Specht in einem Leserbrief die Briefzustellung der schweizerischen Post. Specht ist aber nicht über die Schliessung der Poststelle an der Badenerstrasse und die Eröffnung einer Agentur im Dorfladen empört. Auch das neue Angebot ist nicht Schuld an seinem Ärger. Es ist vielmehr das Informationsschreiben, das kürzlich allen Postfachinhabern verschickt wurde.

Im Brief steht geschrieben, dass die Schlüssel zum neuen Fach bei der Poststelle in Oberrohrdorf bezogen werden können. Zudem werden die Inhaber darauf hingewiesen, dass sie dort gleichzeitig die Schlüssel zum bisherigen Postfach abgegeben könnten. Dass die Schlüsselübergabe in Oberrohrdorf vonstattengehen muss, ist für Postfachinhaber Peter Specht nicht nachvollziehbar: «Kundenunfreundlicher» könne sich ein Dienstleister nicht verhalten, schreibt er.

Strecke ist zumutbar

Warum werden die Inhaber der Postfächer nach Oberrohrdorf geschickt, obwohl das Unternehmen in Bellikon selber eine Agentur betreibt? «Die Schlüsselübergabe wird generell bei den Poststellen gemacht», sagt Mediensprecher Bernhard Bürki auf Anfrage. Die Post sei davon ausgegangen, dass die Strecke ins rund fünf Kilometer entfernte Dorf für die Kunden zumutbar sei. «Bei Reklamationen sind wir bereit, individuelle Lösungen zu suchen.» Die Post würde nicht auf stur schalten, fügt Bürki an.

Tatsächlich: Peter Specht einigte sich im Gespräch mit einem Vorgesetzten und konnte den Schlüssel direkt bei der Agentur in Bellikon abgeben.

Nummern wurden geändert

Damit nicht genug beim BT-Leser: Der Dienstleister habe mit der Eröffnung der Agentur zudem «klammheimlich» die Postfachnummer geändert, ohne dies im Informationsschreiben zu erwähnen, sagt Specht. Das sei nicht kundenfreundlich. Da er im Vorstand einer Firma tätig ist, nutzt er Dokumente und Unterlagen, auf denen die Unternehmensadresse mit der alten Postfachnummer aufgedruckt ist. Specht habe zwar Verständnis, dass die Fächer beim Volg-Laden neu zugeordnet wurden. «Aber dann muss die Post dies im Voraus kommunizieren». Schliesslich müssten die Firmenkunden auf den Nummernwechsel aufmerksam gemacht werden.

Mediensprecher Bernhard Bürki sagt dazu: «Es kann vorkommen, dass bei Änderungen bei Postfachanlagen die Nummer wechselt.» Man empfehle deshalb, keine Postfachnummer bei der Adressierung anzugeben, so Bürki. Aus diesem Grund hat die Post auch nicht speziell auf den Umstand hingewiesen.

Dass es keine Pflicht ist, die genaue Nummer anzugeben, war Peter Specht nicht bekannt. Deshalb ist für ihn der Fall klar. Er wird in Zukunft wieder den Haus-Zustelldienst beantragen: «Ich verzichte auf das Postfach.»