«Damit die Leute wissen, dass es dieses Theater gibt, damit sie erfahren, dass Theater viel lebendiger und hautnaher ist als das beste Fernsehprogramm.» Heute noch ist dieser Satz, ausgesprochen vom ehemaligen Stiftungsratspräsidenten Walter Merker-Sauter, Leitgedanke für die «Freunde Kurtheater Baden». «Ebendiese Lebendigkeit, aber auch die Unmittelbarkeit ist das Schöne am Theater», sagt Katharina Merker, Präsidentin des Vorstands der «Freunde». Diese Erfahrungen dem Publikum näher zu bringen, aber auch dem Theater zu dienen, ist seit siebzig Jahren das erklärte Ziel der Besucherorganisation.

Bereits zu Anfangszeiten half der Verein unter anderem, Geld für den Bau des Kurtheaters zu beschaffen, das 1952 fertiggestellt wurde. Auch beim geplanten Umbau im Jahr 2018 würden die «Freunde» das Kurtheater unterstützen, verrät Merker. Was die Vorstellungen während der Umbauzeit betrifft, so würde der Verein für Überbrückungslösungen bereits Pläne schmieden: Die Besucher sollen nicht auf Theaterbesuche verzichten müssen. «Auf die Neueröffnung des Kurtheaters freue ich mich bereits jetzt schon sehr», sagt Merker. Für die Leitenden des Theaters, aber auch für dessen technische Leitung seien die letzten Jahre schwierig gewesen, da das Gebäude sehr renovationsbedürftig sei. Deshalb hätten oft viel Improvisationstalent und schnelle Entscheidungen den Betrieb aufrechterhalten.

Den Besuch des Theaters fördern die «Freunde Kurtheater Baden» mit Ermässigungen auf Eintrittskarten und Abonnements für seine Mitglieder. Ausserdem organisiert der Vorstand regelmässig Begegnungen mit Regisseuren und Schauspielern einzelner Ensembles: So wird Einblick in Entstehungsprozesse von Produktionen ermöglicht. Der Verein hat jedoch, wie viele andere auch, mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Zurzeit haben die «Freunde» rund 850 zahlende Mitglieder. Viele davon scheiden jedoch mit der Zeit altershalber aus. Deshalb unterstützen die «Freunde» aktiv den Besuch von Jugendlichen in Form eines Jugendabonnements. Sorgen, dass das Theater im Zeitalter von Kino und Blockbuster aussterben wird, macht sich die Präsidentin keine: «Das wird bestimmt nicht geschehen. Die Vorstellungen im Kurtheater sind auch heute stets noch bestens besucht.»

In einem weiteren Projekt schafft der Verein auch Angebote für Asylsuchende. Dabei können diese Vorstellungen unentgeltlich besuchen, die auch ohne viel Deutschkenntnisse verstanden werden können. «Die Geschäftsleitung des Theaters sieht dies als ihren Beitrag an die Flüchtlings-Misere», sagt Merker. Für die «Freunde» werde sie sich auch zukünftig gerne einsetzten. «Es ist wirklich aussergewöhnlich, dass die Besucherorganisation schon ihren siebzigsten Geburtstag feiern kann», sagt sie. «Wir hoffen, dass wir mit unserer Begeisterung für das Theater noch viel mehr Menschen anstecken können.»