Heute hätte an dieser Stelle der Name des künftigen Jugendkulturlokals in der Alten Schmiede vermeldet werden sollen, welches das heutige Merkker ersetzen wird. Geplant hatte es die Merkker-Leitung als perfektes Geburtstagsgeschenk: Zur gestrigen 18-Jahr-Feier des Merkkers wäre der Name auf einer dreistöckigen Torte bekannt gegeben worden. Auch die Symbolik hätte kaum besser sein können: Das Merkker wird volljährig – und zieht demnächst aus.

Doch: Der ausgewählte Name wird bereits woanders verwendet. Zwar nicht von einem anderen Kulturlokal, doch die «.ch»-Internetadresse des ausgesuchten Namens ist bereits besetzt. «Das ist klar suboptimal», sagt Mario Geraets, Leiter der Abteilung Kinder Jugend Familie (KJF) der Stadt Baden, der das Merkker unterstellt ist. Gemäss ihm seien weder er noch der Stadtrat im Namensfindungsprozess involviert gewesen.

Überraschung zum Frühstück

«Ich kann verstehen, dass die Merkker-Aktivisten nun frustriert sind», sagt Geraets. Er liess die Bekanntmachung des Namens absagen, nachdem er erst in der az erfahren hatte, dass der Name gestern Abend hätte veröffentlicht werden sollen. Geraets war gerade an einem dreitägigen Stadtratsworkshop. Am Donnerstagmorgen am Frühstückstisch sei seine Chefin, Stadträtin Daniela Berger, auf ihn zugekommen und habe ihm vom az-Artikel erzählt.

Geraets sagt: «Im Prinzip ist nichts falsch gelaufen. Das Merkker durfte den Namen aussuchen.» Doch sie hätten ihn und den Stadtrat zuerst informieren sollen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gelangten.

Dass der von den Merkker-Aktivisten gewählte Name schon woanders verwendet wird, hatte die Merkker-Leitung gewusst. Es war geplant, vor der Veröffentlichung am Merkker-Geburtstag mit dem Leiter Jugendarbeit der KJF und direktem Vorgesetzten der Merkker-Leitung, Sacha Studer, zusammenzusitzen, um den definitiven Entscheid zu fällen.

Nachdem die Veröffentlichung des Namens abgesagt wurde, kam es nicht mehr dazu. «Wir haben die Veröffentlichung des neuen Namens ein bisschen zu früh und einseitig angekündigt», gibt Sacha Studer zu. 120 Namen hatten die Merkker-Aktivisten zusammengetragen. In einer Abstimmung wurden die besten ausgesucht. Nun würden andere der meistgewählten Namen auf deren Tauglichkeit hin überprüft, so Studer.