«Für mich ist das ein emotionaler Moment», begrüsste Roland Kuster die Gäste auf dem Zentrumsplatz. Erstmals sprach er am Wettinger Neujahrsapéro als Gemeindeammann. Es gehört zu den Traditionen, dass sich die Wettinger am Neujahrsabend bei Glühwein, Punsch, Marroni und einem Überraschungsredner die besten Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg geben. «Ich hoffe, dass es mir rasch gelingt, ihr Vertrauen zu gewinnen», sagte Kuster mit Verweis auf anstehende Aufgaben der Gemeinde. Er machte klar, Fusionen werde es keine geben: «Aber wir wollen eine entscheidende Rolle bei massgeschneiderten Kooperationen in der Region spielen.» All das will er mit dem Leitsatz erreichen: «Miteinander und füreinander zum Erfolg.»

Dann kündigte Ammann Kuster den Überraschungsredner an: «Einen ehemaligen Gemeindeammann, einen Mann mit drei Frauen im Haushalt und einer, der eine weite Reise aus dem Bündnerland hinter sich hat.» Da dürfte es allen klar gewesen sein, es musst der Mann im roten gestrickten Pullover sein: Alt-Gemeindeammann und Neu-Regierungsrat Markus Dieth. Und so machte sich Dieth stark für das Mitspracherecht der Bevölkerung bei der Politik: «Sie haben das Recht aber auch die Pflicht, sich für unseren Rechtsstaat einzusetzen.» Doch dies müsse mit Anstand und Respekt geschehen: «Gute Lösungen finden wir im ständigen Dialog.» Das trage zur Stabilität auf Gemeinde, Kantons und Landesebene bei. Dieth warnte, dass Passivität zu Selbstdemontage der Gesellschaft beitrage.