Etwas ausserhalb des Dörfchens Villigen, zwischen Kuhweiden und Gemüseäcker suchen Physiker mit Laserstrahlen nach den kleinsten Teilchen der Welt oder bringen die Nanotechnologie weiter. Sie geben der Krebsforschung neue Instrumente und sind daran, herauszufinden, wie Energie verlustfrei transportiert werden kann. Die Liste der Forschungsziele ist damit noch lange nicht zu Ende. Das PSI ist eine weltweit anerkannte Erfolgsgeschichte, erst recht seit im markanten Rundbau die Synchrotronlichtquelle, das grösste Mikroskop der Schweiz, im Einsatz ist.

Im beschaulichen Villigen haben Nobelpreise ihren Ursprung. Von Aussen zeugen auch der riesige, täglich volle Parkplatz, die auffälligen Sonnensegel und die grossen Werkhallen davon, dass hier Bedeutendes stattfindet. Aber was genau?

Fragen und selbst forschen

Wer es wissen will, darf am kommenden Wochenende fast überall hinschauen und fragen: Das PSI lädt zum Tag der offenen Tür ein. Das Programm hat es in sich und verspricht nicht nur viele interessante Informationen, sondern auch Abwechslung und Spass: An 20 Stationen zeigen die Forscher selbst, woran sie gerade arbeiten. Dabei werden nicht nur komplizierte Vorgänge anschaulich und laiengerecht erklärt. An vielen Stellen dürfen Neugierige auch selbst Hand anlegen und Experimente durchführen. Kinder und Erwachsene dürften die «Physikanten» lustig finden, die mit spektakulären Experimenten verblüffende und intelligente Comedy bieten.

Erstmals stellt das PSI einen Personenwagen mit Brennstoffzellenantrieb vor. Die Geschichte der Supraleiter kann man sich ausserdem ansehen und mit Forschern aus dem holländischen Leyden sprechen, die extra angereist sind. Dort wurde der absolut verlustfreie Stromtransport (Supraleitung) bei tiefstmöglichen Temperaturen bereits vor hundert Jahren entdeckt. «Heute sind wir imstande, schon bei etwa minus 100 Grad Celsius verlustfrei zu leiten. Gemessen an der inzwischen vergangenen Zeitspanne sind das riesige Fortschritte», erklärt Dr. Fritz Gassmann, der den Tag der offenen Tür mit einem grossen Team an Helfern organisiert. Und die Forschung bleibe nicht stehen. Das Ziel liege bei 50 Grad plus, was gewaltige Energiefragen auf dem Planeten Erde lösen würde. «Bis dahin dauert es aber wohl noch ein Weilchen.»

6000 bis 8000 Besucher erwartet

Die rund 500 involvierten Forscher und Angestellten am PSI haben sich keine leichte Aufgabe gestellt: Den meisten Projekten ist ihr hochwissenschaftlicher Charakter gemeinsam. Der komplizierten Materie begegnen viele mit Scheu. Spielerische Vergleiche und konkrete Beispiele, was die PSI-Forschung im Alltag bewirkt, sollen helfen, geschätzte 6000 bis 8000 Besucher aufs Areal zu holen. «Das haben wir vor drei Jahren schon einmal erfolgreich getan», sagt Frank Reiser, stellvertretender Kommunikationsleiter am PSI.