Eine Umfrage zeigt: Die Badenfahrt-Beizen werden nicht einfach abgebaut und weggeschmissen, sondern oftmals verkauft oder wiederverwendet. Dies ist der Fall bei «Usvers», der offiziell schönsten Beiz des Festes. «Die Hocker, Tische und Bänke, die wie der ganze Pavillon aus Büchern hergestellt sind, haben wir schon fast alle verkauft», sagt Gabi Neuhaus. Interessenten gebe es auch für Bücherstützen und Bücherbögen, Anfragen trafen von Bibliotheken und Bücherläden ein. «Dass unsere Beiz an den verschiedensten Orten weiterbestehen wird, freut uns sehr.»

Bei der im Wettbewerb zweitplatzierten Beiz, «beschränkt», heisst es: «Ziemlich sicher ausschliessen können wir, dass die Schränke nach dem Fest in der Bau-Mulde landen», sagt Olivier Funk. Es gebe Anfragen für einzelne Schränke und auch bereits zwei, drei Interessenten, die allenfalls gleich alle Schränke kaufen würden.

In den kommenden Wochen erneut in Baden zu sehen sein wird der Pavillon, der an der Badenfahrt unter dem Namen «Jardin Martin» im Kurpark steht. Stefan Ulrich, Präsident des Quartiervereins Martinsberg: «Es handelt sich um einen hundert Jahre alten Tanzpavillon aus Frankreich, den man von der Besitzerfirma aus Winterthur mieten kann. Er wird auch während des Fantoche-Festivals in Baden zu sehen sein.»

Teile der «Haltbar» des Quartiervereins Meierhof waren bereits am Stadtfest 2012 aufgestellt, und die zwei Module werden vermutlich an der nächsten Badenfahrt in neuer Verkleidung zu sehen sein. Bis zum nächsten Fest werden sie zwischengelagert.

«Was verbaut wurde, ist bares Geld»

Der Schreinerei- und Holzbaubetrieb Peterhans Schibli & Co., der neben dem «Bistro de la Presse» weitere vier Vereinsprojekte realisierte, wird einen Teil der Beizen verkaufen. So geht «Le Durt» beim Tränenbrünneli nach der Badenfahrt voraussichtlich an Private über. Auch für das «Bistro de la Presse» des «Badener Tagblatts» gibt es Kaufinteressenten, gleiches gilt für die «Sandsibar». Was nicht verkauft werden kann, nimmt der Holzbaubetrieb zurück.

«Das Holz wird bei uns eingelagert und vorzu gebraucht.» Rund 70 bis 80 Prozent des Badenfahrt-Materials könnten wiederverwendet werden, darunter Balken und Platten. «Das macht Sinn, denn was verbaut wurde, ist bares Geld», sagt Geschäftsleitungsmitglied Reto Attiger.

Auch das Organisationskomitee hat sich seine Gedanken zur Thema Wiederverwertung gemacht. «Für den Bau «Count-Town» auf dem Bahnhofplatz haben wir auch altes Holz von der ABB-Baustelle in Baden verwendet», sagt Peter Heusler vom OK. Zudem sei darauf geachtet worden, möglichst wenige Hölzer zu zersägen. «Das Grundgerüst wird wieder in Opfikon in einem Stadtpark zu stehen kommen; also auch nach der Badenfahrt zum Einsatz kommen.»

Bei den beiden imposanten OK-Bauten auf der Hochbrücke sei dies leider nicht möglich, so Heusler. «Diese Bauten mussten wir quasi massanfertigen. Nach dem Fest werden die Bauten wieder in Einzelteile zerlegt.» Immerhin werde man voraussichtlich einen grossen Teil der Fassadenelemente, der Bodenplatten sowie die grösseren Kanthölzer wiederverwerten können. Bei den Diskussionen um Nachhaltigkeit dürfe eines nicht vergessen gehen, betont Architekt Peter Heusler: «Holz wächst natürlich und ist C02-neutral. Selbst wenn ein Teil des Holzes als Pellets endet, hat es zuvor wenigstens Tausenden von Besuchern eine Freude bereitet.»
Ebenfalls einen Beitrag zur Nachhaltigkeit soll die Bauteilbörse leisten. Auf dieser können Vereine – auch nach der Badenfahrt – erstmals ihre Beiz und Inventar en bloc oder als einzelne Posten weitergeben.