Baden
Wasser vom Dättwiler Weiher rauscht zwei Monaten zu spät los

Trotz Altlasten: Das 1,6 Millionen Franken teure Sauberwasser-Projekt macht bei den Finanzen eine Punktlandung. Die Projekt-Verantwortlichen öffneten endlich die Schleuse und die erste Mini-Flutwelle strömte in den Bach.

Sabina Galbiati
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Der Stadtbach nach der Schleusenöffnung. alex spichale

Der Stadtbach nach der Schleusenöffnung. alex spichale

Alex Spichale

Mit zwei Monaten Verspätung öffneten die Projekt-Verantwortlichen am Montag die Schleuse des Dättwiler Weihers. Auch am Schluss hatten sie keine Eile. «Wir öffnen die Schleuse ganz langsam, damit kein Erdreich aus dem Stadtbach fortgespült wird», sagt Christian Wolff von der Abteilung Tiefbau Baden. Er hat das Projekt von Beginn an begleitet.

Eigentlich hätte das Wasser schon Mitte Oktober durch die neue Sauberwasserleitung fliessen sollen. Weil bei den Bauarbeiten aber überraschend Belagsreste, alte Leitungen – auch von der Swisscom – und Sickerleitungen gefunden wurden, haben sich die Arbeiten verzögert.

«Insgesamt mussten wir 120 Tonnen Altlasten in die Sondermüllanlage bringen», sagt Wolff. Solche Risiken seien bei der Planung des 1,6 Millionen Franken Projekts berücksichtigt worden. «Trotz der Verzögerungen und Altlasten haben wir bei den Kosten eine Punktlandung gemacht.»

Die Arbeiter verschliessen die alte Schleuse, damit das Wasser durch die neue Leitung fliesst. (Sabina Galbiati)
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Auf den ersten 80 Metern der neuen Sauberwasserleitung fliesst der Stadtbach an der Oberfläche. In wenigen Minuten wird die neue Schleuse geöffnet. (Sabina Galbiati)
Die Schleuse ist geöffnet. Die allererste Mini-Flutwelle ergiesst sich in den Stadtbach. (Alex Spichale)
Ein kleines Idyll: Für die Schüler des Schulhauses Meierhof wurde ein Amphitheater gebaut (hinten linkes) für die Kleintiere stehen mehrere Kleitierhotels auf dem Platz. (Alex Spichale)
Daselbe Idyll, nachdem die Schleuse geöffnet wurde. (Alex Spichale)
Der untere Bachabschnitt ist gut 140 Meterlang und endet beim Schulhaus Meierhof. Die Schleuse ist bereits geöffnet. (Alex Spichale)

Die Arbeiter verschliessen die alte Schleuse, damit das Wasser durch die neue Leitung fliesst. (Sabina Galbiati)

AZ

350 Liter Wasser pro Sekunde

Die neue unterirdische Sauberwasserleitung erstreckt sich vom Dättwiler Weiher bis zum Meierhof und ist einen Kilometer lang. Neu fliessen bis zu 350 Liter Regenwasser pro Sekunde direkt in die Limmat statt in die Kläranlage – 230 Liter mehr als mit der alten Sauberwasserleitung.

Dadurch kann Geld gespart werden, weil sich das saubere Regenwasser nicht mit dem schmutzigen Wasser in der Kläranlage mischt und weniger Wasser gereinigt werden muss. «Wie viel Geld wir effektiv sparen, kann man nicht sagen. Das hängt letztlich auch davon ab, wie viel es regnet», erklärt Wolff.

Kleintierhotel und Amphitheater

Beim Schulhaus Meierhof fliesst der Stadtbach auf einer Länge von rund 220 Metern an der Oberfläche. Ungefähr in der Mitte legten die Landschaftsarchitekten einen kleinen Weiher an und mit ihm ein Paradies für Mensch und Tier. Mitten hindurch fliesst der Bach.

Daneben stehen Holzstapel, Steinhaufen und ein Haufen aus Ästen. Es sind sogenannte Kleintierhotels. Sie bieten Unterschlupf für Igel, Eidechsen, Blindschleichen, Wildbienen und Hornissen.

Ein kleiner Hügel mit einem Amphitheater für die Schüler des Schulhaus Meierhof grenzt den Weiher und den Bachlauf gegen die Quartierstrasse ab. Bei der Bepflanzung des Ufers entlang des Baches konnten die Schüler selber anpacken.

Angst, dass der Bach bei Hochwasser über die Ufer tritt, brauche man nicht zu haben, sagt Wolff. Laut Gefahrenkarte für Hochwasser des Kantons steigt der Pegel des Dättwiler Weihers maximal 80 Zentimeter.

Und selbst wenn das Wasser diese Marke überschreitet, fliesst es lediglich in den Notüberlauf und von dort in die Kanalisation. Zudem können maximal 350 Liter Wasser pro Sekunde durch die Leitung fliessen.

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