Die Passagiere der Postauto-Linie 362 von Birmenstorf nach Mellingen erlebten am Freitag eine seltsame Fahrt. Das erzählt eine Leserin aus Birmenstorf am Montag dieser Zeitung. Eingangs Rütihof hätten sie bemerkt, dass der Bus-Chauffeur verunsichert sei. Verkehrsschilde wiesen auf eine Umleitung hin wegen einer Baustelle an der Hauptstrasse. Der Chauffeur folgte der Ausschilderung und fuhr den Bus in die Ortschaft hinein.

Als der Chauffeur wieder auf die gewohnte Hauptstrasse Richtung Mellingen einbiegen wollte, musste er den Bus anhalten: Trotz der Umleitung erreichte er den Teil der Hauptstrasse, der wegen Sanierungen gesperrt war. Ihm blieb nichts anderes übrig, als mit dem Postauto etwa 200 Meter zurückzusetzen.

Wie die az-Leserin weiter ausführt, merkten die Passagiere, dass der Chauffeur nicht mehr weiter wusste. Einige hätten versucht, mittels Smartphone eine Ersatzroute zu planen.

Da eilte die Birmenstorferin dem Chauffeur zu Hilfe. Sie habe ihn gefragt, ob er wissen wolle, wie man aus Rütihof hinaus und nach Mellingen komme. Der Postauto-Chauffeur habe die Hilfe dankend angenommen. Sie habe den Chauffeur über eine andere Route gelotst. 

Was die Passagierin irritierte: Der Chauffeur habe ihr gesagt, dass er von der Baustelle nichts gewusst habe. Er habe auch erwähnt, dass seine Fahrt schon in Brugg durch eine Haltestelle verändert worden sei.

Immerhin: Der Bus erreichte den Mellinger Bahnhof zwar verspätet, aber dennoch rechtzeitig, sodass die az-Leserin den Zug nach Zürich erreicht.

Rückblickend findet sie die Episode lustig. Jedoch: «Ich war ein wenig angespannt, weil ich einen Termin in Zürich hatte. Für den Fahrer aber war es schon ein bisschen peinlich. Einige Leute haben sich geärgert, andere haben gelächelt.» 

Chauffeure werden über Baustellen informiert

Und was sagt die Postauto AG zum Vorfall? Man habe von der Baustelle gewusst und die Chauffeure entsprechend informiert, erklärt Mediensprecher Ben Küchler auf Anfrage: «Alle Fahrer in der Region wurden am 28. Juni über die Baustelle Rütihof und die daraus resultierende Vollsperrung der Birchstrasse informiert. Die Fahrer haben diese Nachricht inklusive einer Video-Erklärung am besagten Datum direkt auf ihr Fahrertablett erhalten.»

Den Vorwurf, dass der Fahrer die Begebenheiten nicht gekannt habe, lässt Küchler nicht gelten. «Grundsätzlich sind alle unsere Fahrer ortskundig und werden in solchen Situationen immer frühzeitig informiert. Wir werden diese Chance aber nutzen, um unsere Fahrer nochmals auf besagte Nachricht hinzuweisen, damit dies künftig nicht mehr vorkommen wird.»