Baden

Wegen Corona: RVBW büsst Millionen ein – Chef wünscht Maskenpflicht

«Unser Antrag auf Kurzarbeit wurde bewilligt. Wir gehen davon aus, dass bald die ersten Zahlungen eintreffen»: Stefan Kalt, Direktor RVBW. (Archivbild)

«Unser Antrag auf Kurzarbeit wurde bewilligt. Wir gehen davon aus, dass bald die ersten Zahlungen eintreffen»: Stefan Kalt, Direktor RVBW. (Archivbild)

Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen rechnen wegen der Auswirkungen der Coronakrise in diesem Jahr mit deutlich tieferen Einnahmen – trotz Kurzarbeit. Als Direktor macht sich Stefan Kalt nun für eine Maskenpflicht stark. Diese soll wieder mehr Passagiere anlocken.

Die Liste der Unternehmen im öffentlichen Verkehr, die bei Kurzarbeitsentschädigungen leer ausgehen, ist lang: SBB und Postauto gehören ebenso dazu wie die Verkehrsbetriebe Zürich. «Unser Antrag auf Kurzarbeit wurde hingegen bewilligt, was uns erleichtert», sagt Stefan Kalt, Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW). «Wir gehen davon aus, dass bald die ersten Zahlungen bei uns eintreffen werden.»

Die bisherigen Verluste für den Busbetrieb wegen Corona lassen sich ziemlich genau beziffern: «Wir gehen von einem Einnahmerückgang von zwei bis drei Millionen Franken aus, was gegenüber dem Vorjahr einem Verlust von rund 20 Prozent entspricht», rechnet Kalt vor. «Alles hängt nun davon ab, wie schnell die Leute wieder in den öffentlichen Verkehr zurückkehren.»

Eine Maskenpflicht könnte dazu beitragen, dass sich die Passagiere sicher fühlen und wieder so oft wie früher mit dem Bus fahren, ist Stefan Kalt inzwischen überzeugt.

Nicht etwa, weil er deren Nutzen in Frage gestellt hätte; er habe aber geglaubt, eine Tragepflicht würde Menschen davon abhalten, den Bus zu benutzen. «Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass eine Maskenpflicht schnell akzeptiert würde. Spätestens, wenn vermehrt modische Modelle auf den Markt kommen.»

Dass die RVBW zuversichtlich sind, «bloss mit einem blauen Auge davonzukommen», sei aber auch der Arbeit der Vorjahre zu verdanken. «Wir haben gut gewirtschaftet und verfügen über Reserven von ungefähr 6,5 Millionen Franken, die wir für zukünftige mögliche Verluste beiseitegelegt haben, also genau für einen Fall wie jetzt», so Kalt. Die RVBW gehören den acht Aktionärsgemeinden, die von den Bussen angefahren werden.

Starker Einbruch der Passagierzahlen

Zahlen von der «Fairtiq»-App zeigen, wie stark der Einbruch der Passagierzahlen war. In der Woche nach dem Lockdown am 16. März wurden nur noch etwa ein Viertel so viele Tickets via der App gekauft, in der darauffolgende Woche sank die Fahrgastzahl gleich nochmals um die Hälfte. «Die Zahlen zeigen aber erfreulicherweise auch, wie schnell die Leute wieder mit unseren Bussen gefahren sind», sagt Kalt.

Ungefähr 30 Prozent tiefer als im Vorjahresschnitt liegen die Passagierzahlen momentan. «In Spitzenzeiten ist es bereits wieder schwierig, einen Sitzplatz zu finden, vor allem auf unseren viel frequentierten Linien.» In den ersten Tagen und Wochen nach dem Lockdown habe man meist ein Abteil für sich gehabt.

Meistgesehen

Artboard 1