Dünne Personaldecke

Wegen Hardlinern wie Glarner: Badener SVP sucht mit «Eva» neue Mitglieder

Heute in den Badener Briefkasten gelandet: Der SVP-Wahlflyer.

Heute in den Badener Briefkasten gelandet: Der SVP-Wahlflyer.

Die SVP-Stadtpartei sucht mit einem Flyer neue Mitglieder. Das Motto lautet «Eva» und steht für: «Erhalten, was Baden lebenswert macht. Verbessern, was Baden vorwärtsbringt. Abschaffen, was Baden bremst.»

Zwar konnte die SVP bei den letzten Einwohnerratswahlen im Herbst 2013 ihre acht Sitze mit einem Wähleranteil von 15 Prozent verteidigen. Doch ob sie dazu auch bei den Gesamterneuerungswahlen diesen Herbst in der Lage sein wird, ist mehr als fraglich. Erstens hat bei den letzten Grossratswahlen in Baden ein ziemlicher Linksrutsch stattgefunden.

Zweitens ist die Personaldecke in der SVP Baden recht dünn. So standen in der laufenden Legislatur für die vier Abgänge von Parteipräsident Serge Demuth, Andreas Bauer, Reto
Caprez und Matthias Brunner aus dem Einwohnerrat mit Daniel Glanzmann, Adrian Gräub und Christoph Perrin nur drei Ersatzleute bereit. Die Folge: Neu-Einwohnerrat Tobias Vonesch musste nachnominiert werden.

Trotzdem gibt sich Daniel Glanzmann, der inzwischen das Amt des Fraktionspräsidenten innehat, optimistisch: «Unser Ziel ist es, trotz absehbaren Rücktritten in unserer Fraktion im Herbst die acht Sitze zu verteidigen oder sogar den einen oder anderen dazu zu gewinnen.» Um dies zu erreichen, wolle man wenn möglich rund 20 Personen auf der Liste präsentieren können. «Und zwar nicht irgendwelche, sondern gute, engagierte Persönlichkeiten nicht zuletzt aus der Wirtschaft», ergänzt er.

Hardliner schaden dem Image

Denn Glanzmann ist überzeugt: Mit guten, vernetzten Persönlichkeiten könne auch die SVP wieder an Potenzial gewinnen. «In vielen Gesprächen erfahren wir zwar viel Zuspruch», so Glanzmann. Doch wenn es dann darum gehe, ob sich diese Personen auch politisch engagieren würden, heisse es meistens: «Sorry. Bei aller Sympathie, ich kann doch nicht offiziell für die SVP hinstehen und politisieren.» Wahrscheinlich würden sich viele Personen vom SVP-Stempel abschrecken lassen, den die Partei nicht zuletzt wegen Hardlinern wie etwa Andreas Glarner erhalten habe.

«SVP hat vor Schulden gewarnt»

Aus diesem Grund geht die SVP-Fraktion nun in die Offensive. Heute Morgen ist in allen Badener Briefkasten ein Flyer gelandet, mit dem neue SVP-Mitglieder gesucht werden. Das Motto der Aktion lautet «Eva» und steht für: «Erhalten, was Baden lebenswert macht. Verbessern, was Baden vorwärtsbringt. Abschaffen, was Baden bremst.» Eva sei also nicht eine Sprengkandidatin für das Amt des Stadtammanns, sagt Glanzmann mit einem Lachen. Der Flyer bilde quasi den Auftakt in das Wahljahr. «Wir hoffen mit diesem Auftritt, neue Mitglieder für unsere Partei zu finden, die im Herbst für den Einwohnerrat kandidieren.»

Auf der Rückseite des Flyers steht: «Ist es Dir egal, Spielball linker Politiker zu sein?» Das sei keinesfalls Polemik, hält Glanzmann fest. «Rund zwei Drittel der Badener Bevölkerung wählt eher links, im Einwohnerrat dominieren die Linken unter mithilfe eines Teils der CVP.» Die Bürgerlichen in Baden müssten sich bewusst sein: «Wenn wir gemeinsam etwas erreichen wollen, dann geht das nur mit einsatzfreudigen guten, bürgerlichen Einwohnerräten.» Der Fraktionspräsident ist fest davon überzeugt, dass es die SVP in der Stadtpolitik dringender denn je brauche. «Welche Partei hat schon vor 10 Jahren vor dem bevorstehenden Schuldenberg gewarnt?», fragt Glanzmann rhetorisch. Zudem wolle die SVP dafür sorgen, dass sich die Situation insbesondere für das Gewerbe in der Stadt wieder verbessere.

Ob die SVP im Herbst auch einen Stadtratskandidaten ins Rennen schickt, lässt Daniel Glanzmann offen: «Zuerst wollen wir die Fraktion auf Vordermann bringen. Dann schauen wir weiter.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1