Die warmen Temperaturen läuten die Zeckensaison ein. Die blutsaugenden Milbenarten übertragen neben der bakteriellen Erkrankung Borreliose auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen FSME kann man sich impfen lassen. «Idealer Zeitpunkt für eine Impfung ist November, weil so die dreiteilige Impfung im Frühling abgeschlossen ist», erklärt Barbara Göring von der Apotheke Wyss in Baden. Das heisst aber nicht, dass es nun zu spät für eine Impfung sei. Denn so Göring weiter: «Nach der zweiten Impfung ist man bereits sehr gut geschützt.»

Kein Öl auf Zecke schmieren

Recherchen des BT zeigen, dass das Thema Zecken bei den Apothekern aktuell ist. Theo Voegtli, Apotheker in Kleindöttingen und Gesundheitsexperte bei Radio Argovia, erklärt, dass jeweils ab April etwa eine bis zwei Personen in seine Apotheke kommen, um eine Zecke entfernen zu lassen. Bei der Apotheke Wyss in Baden sind es etwa drei pro Monat. Für Voegtli ist dies klar ein Stadt-Land-Unterschied. Ursula Getzmann von der Rathaus-Apotheke in Wettingen spürt die bevorstehende Zeckensaison noch nicht richtig: «Momentan tragen die meisten Leute noch keine kurzen Hosen, weshalb ein Zeckenbiss unwahrscheinlicher ist.

Die angefragten Apotheker raten von alten Grossmuttermethoden wie etwa Öl auf die Zecken schmieren klar ab. Barbara Göring sagt dazu: «Die Zecken können in ihrem Todeskampf erst recht Menschen mit Krankheitserregern infizieren.» Voegtli rät in seinen Gesundheitstipps auf Radio Argovia, dass man die Zecke möglichst schnell entfernen soll. Dabei spiele es für eine Übertragung von FSME oder Borreliose keine grosse Rolle, wenn das Beisswerkzeug oder der Kopf der Zecke in der Haut stecken bleibt. Dennoch empfiehlt er, auch diese Zeckenreste zu entfernen, weil dadurch andere Infektionen entstehen können.

2006 am meisten FSME-Fälle

Wer gar nicht erst einen Zeckenstich erleiden will, der schützt sich am besten mit Kleidung, die Beine und Fussknöchel bedeckt. Zudem ist es ratsam, sich nach jedem Waldaufenthalt selber zu untersuchen, ob man von einer Zecke gebissen worden ist. Dies empfiehlt Barbara Finkenbrink von der Stadtökologie Baden. Sie rät auch, dass man die Kleider gleich waschen sollte.

Auch für Tiere, insbesondere Hunde, sind Zeckenbisse nicht ungefährlich. Eine Anfrage bei der Tierpraxis im Ländli zeigt, dass die Zeckenproblematik zurzeit ein grosses Thema ist. Mit Halsbändern, die mit einem Wirkstoff versehen sind, kann man die Vierbeiner gut schützen. Auch die Tierpraxisangestellte empfiehlt, dass man den Hund nach dem Spaziergang nach Zecken absuchen soll.

Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) registrierten FSME-Fälle zeigen sehr unterschiedliche Zahlen. 2006 registrierte das BAG über 230 FSME-Fälle, 2014 waren es noch halb so viele Meldungen. Die Region Zurzach/Baden/Wettingen war schon immer Hochrisikogebiet für Zecken.