Am 25. August hat die SVP Würenlingen dem Gemeinderat Würenlingen einen Brief geschickt, in dem sie mehrere brisante Fragen im Zusammenhang mit dem Zustand des Schulhauses 2001 stellte. Das vor 10 Jahren erstellte Gebäude ist undicht und musste mit speziellen Folien abgeklebt werden, um noch grössere Schäden zu verhindern. Zudem resultierte bei der Abrechnung bei Gesamtkosten von 5,6 Millionen Franken eine Kostenüberschreitung von rund 1,2 Millionen Franken. Unter anderem wollte die Ortspartei wissen, wie hoch die Kosten sind, die der Gemeinderat bis heute für Expertisen und Anwalt bezahlt hat.

Auch wollte die SVP Würenlingen die Frage beantwortet haben, ob ein detaillierter Bericht eines Experten mit Vorschlägen zur Sanierung und Ursachenerfassung existiert. Ausserdem wollte die Partei Auskunft, warum die ganze Fassade verklebt wurde, «obwohl man wusste, wo das Wasser eindringt». Zusammenfassend stellte die Partei in ihrem Schreiben die Frage, ob der Gemeinderat bereit sei, die Angelegenheit einer neutralen Kommission zur Beurteilung und abschliessenden Erledigung zu übergeben, mit dem Zweck, sich selbst aus dem Schussfeld zu nehmen.

Jetzt gelangt die SVP Würenlingen mit einem offenen Brief erneut an die Öffentlichkeit. Darin wirft sie dem Gemeinderat vor, keine der gestellten Fragen beantwortet und die Fragesteller mit dem Hinweis abgespeist zu haben, eine seriöse Beantwortung erfordere zusätzliche Abklärungen. Dies stösst bei der SVP Würenlingen auf Unverständnis: «Mit Verlaub: Was soll da noch zusätzlich abgeklärt werden? Wovor fürchtet sich der Gemeinderat, diese Fragen offen und ehrlich zu beantworten? Offenbar weiss selbst der Gesamtgemeinderat nicht, was der aktuelle Stand in Sachen Schulhaus 2001 ist.»

Die SVP erwartet vom Gemeinderat «eine umgehende Beantwortung der gestellten Fragen ohne Wenn und Aber» und droht, bei nicht rechtzeitiger Beantwortung eine Unterschriftensammlung für die Bildung einer neutralen Kommission zu starten oder noch weiter zu gehen und beim Gemeindeinspektorat eine Beschwerde einzureichen.

Kredit an der Wintergmeind

Der Gemeinderat hat gegenüber der az schriftlich Stellung zum offenen Brief der SVP Würenlingen genommen: Er werde – wie bereits anlässlich des Gesprächsapéros mit der Dorfbevölkerung vom 1. September 2011 mitgeteilt – der Einwohnergemeindeversammlung vom 24. November einen Kredit für die Sanierung des Schulhauses 2001 beantragen und dazu einen umfassenden Bericht vorlegen.

«Die Schuldfrage ist zurzeit noch nicht geklärt», schreibt der Gemeinderat. Die entsprechenden Abklärungen seien noch im Gange. Auf die Fragen und Forderungen der SVP will der Gemeinderat erst nach Abschluss der Verhandlungen eingehen.