Baden

Wegen Thermalbad: Bewohner des Römerquartiers befürchten Verkehrskollaps

Die Zufahrt zu den Bädern beschäftigt den Quartierverein.

Das Botta-Bad und weitere Bauvorhaben schüren im Römerquartier die Angst vor Mehrverkehr. Nun schaltet sich der Stadtrat ein, es kommt zu einer Aussprache mit den Quartierbewohnern statt.

Der Verkehr beschäftigt die Bewohner des Badener Römerquartiers. Mit der Eröffnung des neuen Thermalbads, dem Bau der Wohnungen auf dem ehemaligen Ansaldo-Areal und den Verenaäckern wird die Zahl der Autos nochmals massiv zunehmen, so die Befürchtung. Dabei seien die schmalen Strassen schon heute stark belastet.

An der Generalversammlung des Quartiervereins gingen die Wogen hoch, berichtet die Quartierzeitung Rövue. Viele der Anwesenden äusserten ihr Missfallen über die Verkehrssituation. Der Grundtenor: Der Verkehr nimmt stetig zu und wird wegen der illegalen Auspuffklappen immer lauter.

Vor allem aber befürchten die Bewohnerinnen und Bewohner einen Verkehrskollaps nach der Eröffnung des neuen Bads 2021. Am Montag soll ein Gespräch mit dem Stadtrat für Klarheit sorgen. Im Grand Casino Baden findet eine Diskussionsveranstaltung mit dem Stadtrat und der Bevölkerung des Römerquartiers statt.

«Auch Stadtammann Markus Schneider wird dabei sein», sagt Georg Gindely vom Quartierverein. Dessen Vorstand hat dem Stadtrat bereits einen offenen Brief mit 22 Fragen geschickt. Zudem fand im Juli ein Gespräch zwischen dem Vorstand des Quartiervereins und dem Stadtrat statt.

Die brennenden Fragen lauten: Mit wie vielen zusätzlichen Fahrzeugen pro Tag rechnet der Stadtrat? Wie genau will er den Verkehr durch das Quartier zu den Bädern führen? Aus Sicht des Quartiervereins ist die Erschliessung der Bäder nicht quartierverträglich. Er verlangt eine Neubeurteilung der Verkehrssituation.

Belastungsgrenze wird überschritten

Auf einer Karte des Römerquartiers hat der Verein zehn Hotspots aufgeführt, an denen Staus drohen. Er schreibt. «Geplant ist, die Bäder für den Privatverkehr über die Parkstrasse (70 Prozent) und die Römerstrasse (30 Prozent) zu erschliessen; beide sind eng. Bereits im Erschliessungskonzept von 2011 steht, dass die Belastungsgrenze an der Parkstrasse ab 2500 Fahrzeugen pro Tag überschritten werden könnte.»

Eine Studie mit dem Titel «Erschliessung des Bäderquartiers mit dem Bus» von 2017 rechne für die Parkstrasse nun bereits mit 4210 Fahrzeugen und für die Römerstrasse mit 3420 Fahrzeugen pro Tag. Die Kapazitätsgrenzen der Quartierstrassen würden massiv überschritten, gesetzliche Emissionsgrenzwerte nicht eingehalten.

In der Einladung zur Aussprache schreibt der Quartierverein: «Noch bleibt Zeit, die Entwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken. Aber wenn wir es jetzt nicht tun, kann es bald zu spät sein – und wir werden im wahrsten Sinne des Wortes überrollt.»

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