Birmenstorf

Wegen Widerstand: Gewächshäuser-Zone kleiner als geplant

Gemüsebauern möchten mehr Gewächshäuser betreiben.

Gemüsebauern möchten mehr Gewächshäuser betreiben.

Das Richtplanverfahren für ein Spezial-Landwirtschaftsgebiet in Birmenstorf ist sistiert worden – neue Lösungsvorschläge liegen aber vor.

Auf den Feldern von Birmenstorf wird seit rund 100 Jahren grossflächig Gemüse angebaut.

Die Bauern möchten nun mehr Gewächshäuser: In der Gemeinde hätte die bestehende Speziallandwirtschaftszone für Gemüsebaubetriebe darum um 13,33 Hektaren erweitert werden sollen, was einer Fläche von rund 18 Fussballfeldern entspricht. Zulässig wären in einer solchen Zone neben festen Gewächshäusern auch sogenannte Kaltfolientunnel. Allerdings ist hierfür eine Anpassung des kantonalen Richtplans nötig. Die Vernehmlassung dazu lief im Herbst 2018. Es gab Widerstand, unter anderem von den Grünen und von Pro Natura Aargau.

Neue Vorschläge aktuell beim Kanton zur Prüfung

Nun sei das Richtplanverfahren auf Eis gelegt worden, berichtet das Regionaljournal SRF. Gemeindeschreiber Stefan Krucker bestätigt dies auf Anfrage. «Es ist allerdings schon rund ein Jahr her, dass das Verfahren sistiert worden ist», präzisiert er. «Aufgrund des Widerstandes im Richtplanverfahren haben wir uns gemeinsam mit dem Kanton vor einem Jahr entschlossen, eine neue Lösung zu suchen; eine, für die keine Anpassung des Richtplans notwendig ist.»

Die neuen Vorschläge werden aktuell vom Kanton vorgeprüft – dies sei die eigentliche Neuigkeit, so Krucker. «Die Fläche, die in eine Speziallandwirtschaftsszone umgewandelt werden soll, wäre gemäss neuem Vorschlag kleiner als die ursprünglich vorgesehenen rund 13 Hektaren», erklärt Krucker. Und zweitens würden strengere Vorschriften für die Landwirte gelten, sodass der Erhalt der Fruchtfolgeflächen gewährleistet bleibt.

Pro Natura wehrte sich von Anfang an

Mit einer Veränderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) könnte Birmenstorf ein Richtplanverfahren umgehen, sagte Gemeindeammann Marianne Stänz bereits Anfang Jahr (AZ vom 30. Januar). Man wolle den dörflichen Charakter und die Landschaft rund um Birmenstorf erhalten. Die Gemeinde versuche aber, den einheimischen Gemüsebaubetrieben wenigstens ein gewisses Wachstum zu ermöglichen.

Der Naturschutzverband Pro Natura wehrte sich von Beginn an gegen die Speziallandwirtschaftszone. Durch die Umzonung könnten wertvolle Fruchtfolgeflächen mit festen Gewächshäusern überbaut werden. «Dafür braucht man kein Ackerland, das könnte man genau so gut auf den Dächern von Zürich machen», sagte Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny im Sommer 2018.

Zur Nachricht, dass die Spezialzone für Gewächshäuser nun sistiert wurde, sagt er: «Wir sind froh, nimmt man die Sache ernst.» Die noch offenen Flächen in der zersiedelten Landschaft müssten auch wirklich freigehalten werden.

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