Baden
Wehmut, Stolz und Trennungsschmerz an der Maturfeier

Die Kantonsschule Baden verabschiedete im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.

Patrick Hersiczky
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Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler
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Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Eine Umarmung, die auch ohne Bildlegende viel aussagt
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Das Maturazeugnis, auf das man so lange hingearbeitet hat
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.
Nach vier Jahren Kanti das lang ersehnte Maturazeugnis
Jahrgangsbeste Lena Bolliger wird von Rektor Hans Rudolf Stauffacher (mitte) und Lukas Breunig von der Kanzlei Voser geehrt
Maturazeugnis bereit, wenn es darum geht, den Planet der Affen zu retten
Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler.

Die Kanti verabschiedet im Kurtheater über 300 Gymi- und BMS-Schüler

Patrick Hersiczky

Gegen 200 Maturanden drängten sich mit ihren Eltern und Angehörigen in den voll besetzten Saal des Kurtheaters, viele standen oder sassen auf der Treppe. Insgesamt wurden 17 Klassen, darunter auch Informatik- und Wirtschaftsmittelschüler, verabschiedet. Freilich verteilt auf Vor- und Nachmittag.

«Wir hören immer wieder, dass die Matura nicht mehr den Anforderungen der Universitäten mehr genügen», sagte Rektor Hans Rudolf Stauffacher und erinnerte sogleich an seine misslungenen Geschichtslektionen: «Als junger Lehrer sind mir einige Lektion gut gelungen, andere dagegen schlecht.» Danach sei er jeweils frustriert nach Hause geeilt, um sich seine guten Noten im Universitätsdiplom anzuschauen. Sein Fazit: «Noten haben nur eine begrenzte Aussage.» Die frisch gekürten Maturanden schätzen die ehrlichen Worten und quittierten es mit grossem Applaus.

Auch die Festrede der ehemaligen Kantischülerin Judith Huber, die heute als Radiojournalisten beim «Echo der Zeit» arbeitet, war mit einer politischen Botschaft versehen: «Bildung ist immer politisch. Gerade der Geschichtsunterricht ist in gewissen Ländern politisch gefärbt.» Huber plädierte darum für einen Geschichtsunterricht, der fragend erarbeitet und nicht auswendig gelernt wird: «Wir hätten den Geschichtsstoff bei Herrn Stauffacher damals sicher lieber auswendig gelernt. Das wäre einfacher gewesen, aber erst mit Fragen, die man uns in der Kantonsschule gestellt hat, haben wir gelernt zu denken.» In einigen Ländern, die nicht allzu weit entfernt von uns sind, sei Fragen aber subversiv, so Huber.

Die Maturanden zeigten mit ihrem Beifall, dass sie verstanden hatten: Ein Gymnasium ist nicht einfach eine Lernfabrik. Dennoch stand für die jungen Erwachsenen an dieser Feier etwas ganz anderes im Zentrum: ihr lang ersehntes Matura-Zeugnis. Die ehemalige Kantischülerin Judith Huber umschrieb das Gefühl treffend, in dem sie sagte: «Ich hatte damals das Gefühl, dass mir die ganze Welt offen stand.»

Jahrgangsbeste gymnasiale Matura:
Lena Bolliger und Matthias Erdin. Jahrgangsbeste Berufsmatura: Sarah Wiederkehr und Peter Schmucki.

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