Würenlos
Weihnachtsbeleuchtung erhitzt Gemüter schon wieder – Gewerbe-Präsident räumt Fehler ein

Die Weihnachtsbeleuchtung ist in Würenlos Thema, seit sie vor zwanzig Jahren erstmals aufgehängt wurde. Nun war dieses Jahr die Rede von einer Erneuerung. Seit Dienstag hängen nun aber wieder die alten Zwiebeltürme – das wundert die Würenloserinnen und Würenloser.

Mona Martin
Drucken
Teilen
Auch dieses Jahr hängt die umstrittene blau-gelbe Beleuchtung wieder.
5 Bilder
Präsident des Gewerbevereins Martin Spühler zeigt das neue Design der Weihnachtsbeleuchtung. (Archivbild)
Weihnachtsbeleuchtung an der Schulstrasse in Würenlos. (Archivbild)
Die Zwiebelturm-Beleuchtung (vorne) ist dem Kirchturm (hinten) der alten Kirche nachempfunden.
Ein weihnachtliches Lichtspiel in Blau und Gelb. Manchen Würenloser und Würenloserinnen gefällt es auch.

Auch dieses Jahr hängt die umstrittene blau-gelbe Beleuchtung wieder.

Roman Würsch

In Würenlos sorgt die Weihnachtsbeleuchtung für Kopfschütteln. Leute fragen sich, weswegen nun doch wieder die alten Sujets an den Strassenlaternen montiert wurden. Auf Facebook schreibt eine Userin: «Wie isch jetzt das gsi mit de neue Wiehnachtsbelüüchtig ab 2020?». Darunter ein Bild mit eben dieser Festbeleuchtung «aus dem letzten Jahr».

Die Vorgeschichte ist folgende: Die Weihnachtsbeleuchtung bewegt die Würenloser Gemüter schon seit ihrem erstmaligen Einsatz vor zwanzig Jahren. Da ist ein gelber Stern, der zu Fusse eines Würenloser Wahrzeichens liegt, nämlich dem Doppelzwiebelturm der Alten Kirche. Farbe und Form dieses Turms sind denn auch der Grund des Anstosses. Letzteres erinnere manche an viele andere Dinge statt an den altehrwürdigen Kirchturm. «Die Shoppenflasche ist dabei noch die harmloseste Assoziation», sagt der Präsident des Gewerbevereins Würenlos, Michael Spühler gegenüber der AZ lachend.

Andere Prioritäten wegen Corona

Spühler muss es wissen, denn der Gewerbeverein ist Besitzer der Beleuchtung. Er hat 2018 aufgrund der wiederkehrenden kritischen Voten die Bevölkerung erst dazu aufgerufen, Vorschläge für eine neue Beleuchtung zu machen. In einem zweiten Schritt liess er sie über die Varianten abstimmen. Ein Prototyp des Gewinnerdesigns sollte am diesjährigen Christkindlimärt präsentiert oder als Einzelstück zwischen die alten Zwiebeltürme zur Beurteilung aufgehängt werden.

Was war der Grund, dass dies nun doch nicht der Fall ist? Die Prioritäten hätten sich verschoben, so Spühler. «Es ist sicher verständlich, dass in der aktuellen Situation mit dem Coronavirus die Weihnachtsbeleuchtung nicht zuoberst auf der Liste gestanden hat», meint er. Die Spendengelder, die der Gewerbeverband für die Herstellung des Prototyps gesammelt hatte, würden aber selbstverständlich nur dafür verwendet. «Das garantiere ich. Da wird nichts vermischt», stellt der Präsident des Vereins klar.

Und so soll Würenlos zukünftig erleuchtet werden:

Gewerbevereins-Präsident Martin Spühler präsentiert 2018 das neue Design der Weihnachtsbeleuchtung. (Archivbild)

Gewerbevereins-Präsident Martin Spühler präsentiert 2018 das neue Design der Weihnachtsbeleuchtung. (Archivbild)

Melanie Bär

Spühler zeigt sich überrascht, dass die Verschiebung solche Wellen wirft. «Mir war nicht bewusst, dass dem so grosse Beachtung geschenkt wird». Der Vorwurf, dass der Gewerbeverein die Verzögerung nicht kommuniziert hat, nimmt er auf sich: «Das war mein Fehler. Ich war mir der Bedeutung vielleicht zu wenig bewusst.»

Für ihn sei es aber nicht entscheidend, ob die neue Beleuchtung nun dieses, nächstes oder übernächstes Jahr komme. Sowieso sei mit den erwähnten Spendengeldern gerade einmal die Produktionskosten des Prototypen gedeckt. Um alle alten Zwiebeltürme ins neue Design umzuwandeln, brauche es noch einiges an finanziellen Mitteln, sei dies von Seiten der Gemeinde oder von anderen Geldgebenden.

Und es gebe ja auch diejenigen Würenloserinnen und Würenloser, welche die aktuelle Weihnachtsbeleuchtung schätzen. So könnten sich diese immerhin noch eine Weile daran erfreuen, ergänzt Spühler verschmitzt. Ob ihm sonst noch etwas auf dem Herzen liege? Und ob: «Bitte unterstützen sie das lokale Gewerbe und gehen sie doch lieber einmal mehr beim Dorfladen einkaufen als Online. Viele Betriebe leiden wirklich!»

Aktuelle Nachrichten