Baden

Weinhändler Corti feiert mit über 400 Gästen – und heftigen Schmerzen

Daniel Cortellini ist das Lachen trotz schmerzhafter Entzündung nicht vergangen.

Daniel Cortellini ist das Lachen trotz schmerzhafter Entzündung nicht vergangen.

Der gesundheitlich angeschlagene Weinhändler Daniel Cortellini hat zum 20-Jahr-Jubiläum geladen.

Es gibt nie einen passenden Moment, krank zu werden. Und doch: Zu einem schlechteren Zeitpunkt als jetzt hätte der Badener Weinhändler Daniel Cortellini nicht an einer Gürtelrose erkranken können. «Seit knapp drei Wochen plagen mich heftigste Schmerzen», sagt der 51-Jährige. Das Timing ist deshalb, schlecht, weil Corti vorgestern Abend im Trafo zusammen mit über 420 Gästen das 20-Jahr-Jubiläum seiner Firma gefeiert hat.

Zudem wartet auf ihn und sein Team viel Arbeit, wenn am Freitag die Badenfahrt und somit sein «Stille-Bänklein»-Projekt startet. «Auf meiner Gürtelrose ist das Wort ‹Bänkli› eintätowiert», beweist Corti Galgenhumor. Er ist überzeugt, dass er auch wegen des Stresses krank geworden ist. Gleichwohl liess er es sich nicht nehmen, zusammen mit seinen Gästen im Trafo zu feiern. «Es war ein rauschendes Fest mit grossartigen künstlerischen Darbietungen, leckeren Häppchen und natürlich viel Wein», schwärmt Corti.

Einst Raiffeisenbank-Chef

1997 – damals war Corti in der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Niederrohrdorf – habe er den Wunsch nach Selbstverwirklichung verspürt. «Ich wollte ausbrechen und etwas Eigenes auf die Beine stellen.» Dass er schliesslich in der Wein-Branche gelandet sei, sei mehr Mittel zum Zweck gewesen. «Wein war schon damals mein Hobby. Ich hatte die Vision eines regionalen Weinabonnements. Sukzessive habe er das Geschäft ausgebaut und das Lager von anfänglich 150 auf 25 000 Flaschen erweitert.

Seit zehn Jahren bedient er seine Kunden an der Rathausgasse. Nicht ohne Stolz sagt er: «Heute zähle ich auf rund 4500 Stammkunden. «Ich bin in den letzen 20 Jahren ins Expertengremium des Schweizer Weins gerutscht – mein Geschäft geniesst heute eine nationale Ausstrahlung.» Den Wunsch, nach 20 Jahren erneut auszubrechen, verspüre er überhaupt nicht: «Ich war noch nie so nahe bei mir selber wie jetzt. Und: Ich schätze den einzigartigen Kontakt mit Menschen und das wird mir auch nie verleiden.»

Bei aller Liebe zum Kontakt mit Menschen: Was den Alkoholkonsum betrifft, ist Corti sehr diszipliniert. «Montag und Dienstag rühre ich keinen Tropfen an. Und auch tagsüber trinke ich nichts.» Denn Wein sei für ihn Entspannung und lasse sich nicht mit der Arbeit vereinbaren.

Seine 20-Jahr-Feier bildete gleichzeitig auch den Kick-Off für sein Bänkli-Projekt an der Badenfahrt. 100 Bänkli werden übers ganze Festgebiet aufgestellt. Am Dienstagabend waren sie alle in der Trafo-Halle platziert und die Gäste nahmen auf ihnen Platz. Corti ist stolz, dass die ursprünglich in einer Kolumne geäusserte Idee nun Realität wird. Auf der eigens dafür eingerichteten Website können sich Festbesucher einen Überblick über die Bänkli-Standorte verschaffen und rund 50 Bänke reservieren.

Diese verfügen über eine abschliessbare Schublade. In dieser befinden sich dann eine Flasche «Bänkliwii», ein Korkenzieher, vier «Stille-Bänkli»-Kelche aus Plastik mit Umhängeband und ein Snack. Die Schubladen sind abgeschlossen. Wer eine Bank für eine Stunde reserviert, erhält den Zahlencode für das Schloss.

Feierlich wird das erste Badenfahrt-Bänkli enthüllt – davor schildert Daniel Cortellini, wie es dazu kam.

Feierlich wird das erste Badenfahrt-Bänkli enthüllt – davor schildert Daniel Cortellini, wie es dazu kam. (23. Juni 2017)

«Fest beginnt für mich später»

«Bei bis zu vier möglichen Schichten von 16.30 Uhr bis 22 Uhr, 40 Bänken und 10 Festtagen, sprechen wir von weit über Tausend möglichen Schichten. Wenn die Nachfrage da ist, werden ich und mein Team einiges zu tun haben.» Eine Stunde «Corti»-Bank inklusive Verpflegung und Wein kostet 65 Franken. Bis gestern seien bereits 200 Reservationen eingegangen. «Mein Ziel sind 500 Reservationen.»

Corti selber wird sich wegen der Gürtelrose frühestens ab Mitte nächster Woche ins Festgetümmel stürzen. «Zum Glück kann ich mich auf ein eingespieltes Team verlassen, das dafür sorgen wird, dass alle Bänkli-Benutzer voll auf ihre Kosten kommen.»

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