Fünf Jahre sind vergangen, seit im Gasthaus zum Weissen Wind letztmals ein Bier ausgeschenkt worden ist. Seither gab es in der bevölkerungsmässig kleinsten Gemeinde des Bezirks keine Beiz mehr.

Jetzt steht fest: Der «Weisse Wind» öffnet wieder – wenn auch nur Teilzeit: Ab nächster Woche hat das Lokal jeweils am Freitagabend von 17 Uhr bis 22 Uhr sowie am Sonntagnachmittag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Hinter der Wiedereröffnung steht eine Betriebsgruppe um die Genossenschafter, die das Gebäude kauften.

«Wir bieten kleinere Speisen an wie kalte Platten und Gemüse-Wähen», sagt Reto Wäger. «Zu trinken gibt es Süssgetränke und selbstverständlich auch Bier und Wein. Idee ist, dass die Menschen am Freitagabend bei uns ihr Feierabend-Bier trinken. Am Sonntag hoffen wir unter anderem auf Spaziergänger und Velofahrer.»

Die Vorfreude auf die Wiedereröffnung sei gross, Euphorie wäre allerdings vorerst noch fehl am Platz, sagt Wäger: «Die Rückmeldungen waren zwar sehr positiv, aber wir müssen nun noch herausspüren, welche Wünsche unsere Gäste genau haben, und das Angebot allenfalls anpassen.»

Umbau geplant

Wie aber geht es langfristig weiter mit dem Gebäude, das sanierungsbedürftig ist? Im nächsten halben Jahr soll das Umbauprojekt ausgearbeitet werden, sagt Genossenschafts-Präsident Urs Rey. Als Architekt konnte der Badener Castor Huser engagiert werden, der auf die Sanierung historischer Bauten spezialisiert ist.

Die Genossenschaft hat neben dem Weissen Wind auch noch ein Stück Bauland gleich daneben gekauft – nun soll eine Strategie zur Nutzung des Gesamtareals entwickelt werden. «Zur Debatte steht, auf dem Areal ein kleines Mehrfamilienhaus zu bauen, auch im ‹Weissen Wind› könnten in den Obergeschossen Wohnungen gebaut werden», sagt Rey. «Aber auch eine Vermietung an die Gemeinde wäre eine mögliche Variante.»

Beteiligung der Gemeinde?

Sowohl Einwohner- als auch Ortsbürgergemeinde hätten eine Beteiligung am Umbau signalisiert – hierzu soll für die kommende Gemeindeversammlung ein Traktandum erarbeitet werden.

Der «Weisse Wind» hatte in den vergangenen Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt: 2012 wollte ein Investor das Gebäude abreissen, an seiner Stelle Alterswohnungen errichten. Doch in der Bevölkerung regte sich Widerstand – es bildete sich eine Interessengemeinschaft (IG), um den Abriss zu verhindern. Aus der IG wurde eine Genossenschaft, die das Gebäude letztes Jahr schliesslich erwarb.