Baden
Weite Gasse: «Little Venedig» belastet die Gewerbler

An der Generalversammlung der City Com in Baden stand die Belastung des Gewerbes durch die Baustellen im Zentrum. 70 von 241 City-Com-Mitgliedern, die Stadträte Roger Huber und Reto Schmid sowie der geladene Gast Geri Müller nahmen an der GV teil.

Erna Lang und Corinne Rufli
Drucken
Teilen
Citycom
5 Bilder
Robert Sailer beim Apéro unter anderem mit Stadtrat Roger Huber
Gewerbepräsident Robert Sailer verabschiedet Vorstandsmitglied Peter Umiker
Finanzchef Citycom Ruedi Bürki präsentiert Rechnung und Budget
Links das neue Vorstandsmitglied Oliver Eglin und der abtretende Peter Umiker

Citycom

Erna Lang

«Der Einfluss des neuen Stadtammanns Geri Müller ist bereits ersichtlich; die Weite Gasse ist mit einem grünen Teppich belegt», scherzte Robert Sailer, Präsident des Handels- und Gewerbeverbands City Com Baden, an der 12. Generalversammlung.

70 von 241 City-Com-Mitgliedern, die Stadträte Roger Huber und Reto Schmid sowie der geladene Gast Geri Müller sassen im immer wärmer werdenden Saal des Restaurants Spedition.

Heiss wurde es dem Gewerbepräsidenten wohl, als er zum Schluss seines Jahresberichts die Berichterstattung in der az über sein internes Mail erwähnte. Es sei nach wie vor nicht bekannt, wie das interne Papier an die Medien gelangt sei. «Mein Problem ist die politische Marschrichtung der Stadt», wiederholte sich Sailer. Rot-Grün setze sich zu wenig für die Gewerbler ein.

Auf diesen Seitenhieb nahm Geri Müller in seiner Ansprache zum Schluss der Versammlung keine Stellung. Der neue Stadtammann betonte hingegen, wie wichtig ihm die Gewerbler seien: «Dies war für den früheren Stadtrat wichtig und so ist es auch für den neuen.» Die Legislaturziele würden sich mit dem neu zusammengesetzten Stadtrat nicht ändern.

Bauerei bereitet Sorgen

Die bestehenden und zukünftigen Baustellen in Baden – so etwa die Sanierung des Schulhausplatzes – bereiten dem City-Com-Vorstand Sorgen. «Die vielen Baustellen sind eine grosse Belastung», bejahte Müller.

Er bezeichnete die Weite Gasse wegen der vielen Brücken als «Little Venedig» und wies lachend zurück, dass er verantwortlich für die grünen Teppiche sei. Müller versuchte den Gewerblern Mut zuzusprechen: «Die Weite Gasse wird eine Aufwertung erfahren. Damit soll das kompensiert werden, was jetzt verlustig geht.»

Bei der Sanierung des Schulhausplatzes gebe es, laut Müller, verschiedene Komponenten: Man könnte das Tempo des Baus beschleunigen, damit wären aber die Verkehrsbehinderungen grösser. Zum Schluss empfahl Müller der City Com, als Einheit aufzutreten, und Probleme klar zu formulieren.

20'000 Franken für Weite Gasse

Keine Sorgen bereitet dem Vorstand die finanzielle Lage des Verbands. Finanzchef der City Com, Ruedi Bürki, erschien im Dress des Stadtturnvereins und präsentierte die Rechnung und das Budget.

Der Verein setzte rund 200'000 Franken um, wovon etwa zwei Drittel in Werbemassnahmen und Aktionen rund um die Förderung der Attraktivität des Badener Einkaufs- und Gewerbezentrums investiert wurde. Der Verein sei finanziell gesund und verfüge über gesunde Reserven.

Bürki betonte auch, dass die City Com dazu beitragen wolle, in dieser angespannten Verkehrssituation in Baden das Einkaufen attraktiver zu gestalten. «Gerade in der Weiten Gasse wollen wir den Geschäften helfen», sagte er.

Hierfür wurden 20'000 Franken zurückgestellt. Man müsse Massnahmen ergreifen, dass die Leute trotzdem nach Baden kommen, betonte er. Er könne sich ein Park&Ride abends auf dem ABB-Parkplatz vorstellen oder ein spezielles City-Ticket, damit Kunden und Gewerbler mit dem öV in die Stadt kommen.

Auch längere Öffnungszeiten sieht er als eine Möglichkeit, um beim Einkaufen dem Bauverkehr zu entkommen.

Zum Schluss wurde Vorstandmitglied Peter Umiker verabschiedet. Seinen Posten übernimmt Oliver Eglin, Eglin Holding AG, der «junges Blut in den Vorstand bringt», wie er sagte und damit die Verbandsmitglieder zum Lachen brachte.

Aktuelle Nachrichten