Innerhalb und zwischen den bürgerlichen Parteien werden die Drähte wohl heiss laufen, denn es winkt auch die Chance, die bürgerliche Mehrheit in der Stadtregierung wieder herzustellen.

Eine Auslegeordnung derjenigen, die für eine Kandidatur infrage kommen könnten, es sind dies von der FDP: Assunta Cuccu (1964), Andrea Libardi (1963), Philippe Ramseier (1975), Thierry Burkart (1975); von der SVP: Stefanie Heimgartner (1987), Serge Demuth (1981); und – obschon sie zurzeit zwei Sitze belegt – von der CVP Beatrice Bürgler (1976) und Sarah Wiederkehr (1986). Bis auf Thierry Burkart gehören alle dem Einwohnerrat an.

Management-Qualitäten gefragt

Was braucht es im Stadtrat? Wer neu in den jetzigen Stadtrat gewählt wird, muss zweifellos über Führungs- und Manager-Qualitäten sowie Finanz-Know-how verfügen.

In diesen Bereichen orten Aussenstehende im Stadtrat gewisse Defizite. Newcomer sind für das Rennen im kommenden Herbst ausgeschlossen. In den Stadtrat wird nur gewählt, wer politische Erfahrung mitbringt.

Bei der SP gehören zwei Männer zum Kreis der «Papabili», was bedeutet, dass im Falle einer Männer-Nomination die Bürgerlichen vorzugsweise eine Frau ins Rennen schicken würden. Die Qualitätsfrage kommt dennoch vor der (Frauen-)Quotenfrage.

Wenn eine bürgerliche Partei im Zugzwang ist, dann ist das am ehesten die FDP, die vor zwei Jahren den zweiten Sitz abtreten musste. Der Unternehmer Philippe Ramseier sticht zweifellos als Manager-Typ hervor.

Als Kommunikationsfachfrau mit juristischem Hintergrund muss für die FDP auch Andrea Libardi ein Thema sein, oder aber die Finanzfachfrau Assunta Cuccu.

Der ehemalige Grossratspräsident und Anwalt Thierry Burkart wohnt schon seit einiger Zeit in Baden, will aber wohl eher den Zug nach Bern nehmen, in den Nationalrat. Der Name Burkart wurde zwar schon im Zusammenhang mit einer Ammannkandidatur ins Spiel gebracht, wozu der Einstieg zuerst als Stadtrat zweifellos angebracht wäre.

Die SVP wartet seit Jahrzehnten auf die Gunst der Stunde, um eine Vertretung in den Stadtrat zu schicken. Dies dürfte auch diesmal nicht einfach sein. Am ehesten wird man an Parteipräsident Serge Demuth denken.

Der Hypothekarexperte hat in diese Richtung auch schon Andeutungen gemacht. Als politischer Shooting-Star wird bei der SVP Stefanie Heimgartner (Kauffrau) gehandelt.

Als Vizepräsidentin des Einwohnerrates würde auf sie im nächsten Jahr das Ratspräsidium als erster Prüfstein warten. So betrachtet, kommt die Ersatzwahl im Herbst für Heimgartner eher zu früh.

Die CVP hat mit Markus Schneider und Matthias Gotter bereits zwei Vertreter im Stadtrat. Aus dieser Perspektive mögen Kandidatenvorschläge für die Christlichen in Baden vielleicht nicht opportun sein. Wenn es aber um das Thema «bürgerliche Frau mit Führungsfähigkeiten» geht, muss man dennoch Beatrice Bürgler, Fachhochschuldozentin, und Sarah Wiederkehr, Ökonomin, ins Spiel bringen.