In gut zwei Wochen wird in Baden der neue Stadtammann und somit der Nachfolger von Geri Müller gewählt. Aus der Poleposition steigt Vizeammann und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP) ins Rennen, erzielte er doch im 1. Wahlgang am meisten Stimmen. Auf die Frage von Moderator und AZ-Chefredaktor Patrik Müller, ob er denn auch «einfacher» Stadtrat bleiben würde, sollte er am 26. November nicht gewählt werden, antwortete Schneider: «Selbstverständlich, der Volkswillen ist zu akzeptieren.» Zudem führe er ein spannendes Ressort mit sehr vielen spannenden Projekten. «Ich will den Spatenstich des Thermalbades erleben und gerne ein neues Schulhaus einweihen», so Schneider.

Den Steilpass nahm Erich Obrist (parteilos) gerne auf und sagte zu Schneider gerichtet: «Markus, ich würde es sehr schätzen, wenn Du die Abteilung Planung und Bau weiterführen könntest, weil wie gesagt wichtige Projekte anstehen. Ein dickes Kompliment, Du machst das wirklich gut.» Obrist, der im Stadtratsrennen am 24. September das beste Resultat aller Kandidaten erzielte, glaubt fest daran, die rund 1000 fehlenden Stimmen im Ammann-Rennen auf Schneider aufholen zu können.

Stadtammann-Wahl Baden

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«Ich habe inzwischen gute Arbeit geleistet. Und sogar der amtierende Stadtammann Geri Müller hat sich für mich als sein Nachfolger ausgesprochen.» Zwar schaffte Sandra Kohler (parteilos) am 24. September überraschend den Sprung in die Exekutive, landete aber im Stadtammann-Rennen abgeschlagen auf dem letzten Platz. Trotzdem glaubt sie an ihre Chance: «Vor dem 1. Wahlgang gab es viele Stimmen, die mir die Wahl als Stadträtin nicht zugetraut hätten.» Viele Stimmbürger seien noch unentschlossen. «Abgerechnet wird am 26. November.»

Zu sprechen kam Patrik Müller auch auf die angespannten Finanzen in Baden, wobei sich zeigte, dass sich alle drei Kandidaten für eine Steuerfusserhöhung warm machen können, wenn denn auch gleichzeitig an den richtigen Orten gespart würde. Differenzen taten sich derweil bei der aktuellen Abstimmungsvorlage über das neue Sekundarschulzentrum Burghalde auf – ebenfalls am 26. November stimmen die Badener über einen 98-Millionen-Kredit ab. Obwohl der Gesamtstadtrat die Vorlage vor das Volk bringt, lehnen Obrist und Kohler den Kredit ab.

«Ich habe mich im Stadtrat immer kritisch gegen das Projekt ausgesprochen, weil ich keine Lösung sehe, wie wir das finanzieren können», so Obrist. Es sei ihm aber in erster Linie darum gegangen, den bürgerlichen Parteien aufzuzeigen, dass man nicht für dieses Projekt sein könne und sich gleichzeitig einer Steuerfusserhöhung verwehre. Auch Kohler betonte: «Ich werde Nein stimmen. Es muss eine andere Lösung geben.» Bauvorsteher Schneider, räumte zwar ein, dass es sich vorliegend um eine sehr grosse Investition handle. Doch unter dem Strich könne man sich das leisten, weil auch Sanierungen einiges kosten würden.

Als Letztes kamen die Kandidaten auf mögliche Fusionen mit umliegenden Gemeinden zu sprechen – sieben Jahre nach dem Nein zu einer Fusion mit Neuenhof. Schneider: «Grundsätzlich muss ein solcher Prozess von der Bevölkerung aus getragen werden.» Aber das Beispiel von Baden und Dättwil zeige, dass Fusionen funktionieren. «Aktuell ist Ennetbaden mein Liebling; wir waren schon einmal sehr nahe dran.» Denn Probleme würden nicht an Gemeindegrenzen aufhören.

Das sieht auch Erich Obrist als Verfechter einer Regionalstadt so. «Ich würde es ganzheitlicher angehen.» Was in Aarau mit dem Zukunftsraum und zehn Gemeinden funktioniert habe, könne er sich auch gut für die Region Baden-Wettingen vorstellen. «Als neuer Stadtammann würde ich gleich im 1. Quartal auf die Gemeindeammänner der umliegenden Gemeinden zugehen.» Sandra Kohler sprach sich zwar nicht direkt für Fusionen aus, ist aber davon überzeugt, «dass wir Synergien mit umliegenden Gemeinden nutzen müssen».