Nach 19 Jahren

Weltbild schliesst Laden in Badens Zentrum – aber nicht wegen Corona

Die Badener Filiale erreichte nicht den erhofften Umsatz.

Die Badener Filiale erreichte nicht den erhofften Umsatz.

Der Weltbild-Verlag verlässt den Standort Baden nach 19 Jahren, schliesst aber eine Rückkehr nicht aus. Und: Ans Fililalgeschäft glaubt er weiterhin. Die drei weiteren Standorte im Aargau stehen nicht zur Debatte.

Für viele Badener ist es eine Überraschung: Der Weltbild-Verlag hat seinen Laden am zentral gelegenen Schlossbergplatz Ende Juli geschlossen. Wer wenige Tage später in den Laden blickte, sah nur noch leer geräumte weisse Regale und einzelne Kleber des einprägsamen Weltbild-Logos mit weisser Schrift vor rotem Hintergrund.

Was sind die Gründe für die Schliessung? «Die Filiale hat nicht den erhofften Umsatz erreicht», sagt Geschäftsführer Anatol Fussi auf Anfrage. «Wir haben den auslaufenden Mietvertrag deshalb nicht um fünf weitere Jahre verlängert.» Die fünf Mitarbeitenden (2,8 Stellen) werden alle in anderen Filialen weiterbeschäftigt.

Damit endet die Weltbild-Präsenz in Badens Zentrum nach rund 19 Jahren. Im Oktober 2001 eröffnete der Verlag an der Weiten Gasse den ersten Laden in Baden. Der Standort wechselte mehrmals. Vor fünf Jahren wurde die Filiale am Schlossbergplatz eröffnet. Fussi betont, dass die Schliessung nichts mit der Coronakrise zu tun habe. Er ergänzt:

Die Krise brachte «sensible Umsatzeinbussen im Filialgeschäft», so der Geschäftsführer. Zahlen nennt er keine, fügt aber an: «Der Versandhandel konnte den Verlust in den Filialen nicht kompensieren, uns während der Lockdown-Phase aber eine gewisse Stabilität bieten.»

Über 40 Prozent des Umsatzes generiert Weltbild mit Büchern. Den Rest mit unterschiedlichsten Sortimentsgruppen: neue Medien, aber auch Haushaltsgeräte, Spielsachen, Sportgeräte oder Kalender.

Schweizweit keine weiteren Schliessungen

Der Weltbild-Verlag hält an seinen 29 Filialen in der Schweiz fest – und damit auch an seinen drei Aargauer Filialen in Wettingen, Würenlingen und Aarau. Ebenso glaubt Weltbild weiter ans Retailgeschäft in den Filialen. «Dieses bleibt für uns ein wichtiges Standbein, bei dem wir dem Kunden ein haptisches Einkaufserlebnis und eine persönliche Beratung bieten können. Wir suchen sogar Möglichkeiten, um das Filialgeschäft weiterzuentwickeln. Wir wollen hier auch investieren.»

Die Bedürfnisse der Kundschaft, die in die Läden komme, würden sich weiter verändern. Jedes Lokal sei aber ein wichtiger Ort, um mit den Kunden in Kontakt zu kommen. Das bringe auch in Zukunft Chancen mit sich.

Fussi schliesst deshalb auch nicht aus, in Baden selbst wieder einen Weltbild-Laden zu eröffnen. «Das hängt auch davon ab, ob sich eine Möglichkeit für einen neuen Standort ergibt. Grundsätzlich glauben wir weiterhin an das Potenzial im Einzugsgebiet der Region Baden.»

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