Baden

Weniger Abfall dank Repair Café: Zwei nachhaltige Projekte, ein gemeinsames Ziel

Zum ersten Mal fand in Baden ein Repair Café statt – dafür wurde mit der Flickstatt zusammengespannt. Weitere Ausgaben sind geplant.

Kürzlich fand in der Badener Flickstatt, fix ansässig im Gstühl, zum ersten Mal ein sogenanntes Repair Café statt. Die Flickstatt – bevor sie überhaupt startete, wurde sie bereits mit dem Badener Umweltpreis 2019 ausgezeichnet – gibt es zwar seit Anfang Jahr, ein Repair Café hingegen gabs in Baden bis anhin noch nie.

Beide Angebote wollen etwas gegen Ressourcenverschleiss und wachsende Abfallberge tun. Auch zeichnet beide die Kombination aus Begegnungsort und Reparaturwerkstatt aus. Der Unterschied eines Repair Cafés zur Flickstatt? «Der Event-Charakter», sagt Organisatorin Stephanie Lichtsteiner. In der Flickstatt habe man den idealen Ort gefunden, um einen solchen eintägigen Anlass auch in Baden durchführen zu können.

Rund 150 solcher Repair Café-Events gibt es regelmässig in der Schweiz. Im Jahr 2019 nahmen alle zusammen über 23 000 Gegenstände zur kostenlosen Reparatur entgegen. Zwei Drittel davon konnten repariert werden.

Während drinnen geflickt wird, kann man draussen Café trinken

Bei der ersten Ausführung in Baden wurden 20 Kleidungsstücke geflickt und rund 40 Haushaltsgeräte wieder funktionstüchtig gemacht. Hans Heim, gemeinsam mit Frau Elvira Initiant der Flickstatt, engagierte sich auch im Repair Café als einer von 20 helfenden Kräften und nahm sich unter anderem einem Plattenspieler an, dessen Plattenteller nicht mehr drehte.

Manchmal seien nur ein paar Handgriffe nötig und so innert kürzester viele Sachen wieder geflickt. Nicht so beim Plattenspieler, da bespricht sich Heim noch mit einer weiteren Person. Während der eigene Gegenstand repariert wird, kann man sich drinnen auf Sofas oder draussen an Tische setzen und – nomen est omen – einen Kaffee trinken.

Die Werbung, die das erste Badener Repair Café mit sich brachte, war der Flickstatt sehr willkommen. Auch wenn gut ausgelastet, findet Elvira Heim, dass es noch Luft nach oben gäbe: «Wir würden uns über mehr Menschen, die ihre Sachen zur Reparatur bringen, sehr freuen.» Die Klientel sei durchmischt, doch habe es vermehrt eher ältere Menschen, die erst noch eine Reparatur versuchen wollen.

Seit der Eröffnung der Flickstatt wurden bereits – obwohl wegen Corona zwei Monate geschlossen – 240 Gegenstände repariert. Oft sind es Staubsauger, Kaffeemaschinen oder andere Haushaltsgeräte, Kleidung eher weniger, so Heim. Geöffnet ist immer mittwochs, freitags und samstags.
Übrigens: Weil der Plattenspieler während des Events nicht repariert werden konnte, blieb er in der Flickstatt – zwecks vertiefter Abklärung. «Ein grosser Vorteil dieser Zusammenarbeit», bekräftigt Lichtsteiner. Sie plant bereits eine weitere Ausgabe des Repair Cafés.

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