Turgi

Weniger hoher Turm: So soll die neue reformierte Kirche aussehen

Die Jury hat das Siegerprojekt für einen Neubau der Kirche Turgi ausgewählt. Es kommt von Basler Architekten. Als Nächstes stellt die Kirchenpflege ein Abbruchgesuch für die bestehende Kirche.

Im März des letzten Jahres hat die Kirchgemeindeversammlung beschlossen, die renovationsbedürftige reformierte Kirche in Turgi abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. Nun steht fest, wie die neue Kirche in Turgi aussehen soll.

Eine Jury hat sechs Projekte begutachtet und sich für den Vorschlag der «ds.Architekten» aus Basel entschieden.

«Das Siegerprojekt entspricht ganz genau unseren Vorgaben, es hält den Kostenrahmen ein, und am wichtigsten: Diese Kirche passt gut zu Turgi, finden wir», erklärt Albert Lehmann, Präsident der Kirchenpflege. Die Jury setzte sich aus Mitgliedern der Kirchenpflege sowie Vertretern der drei Gemeinden Turgi, Gebenstorf und Birmenstorf zusammen.

Kirchturm weniger hoch als bisher

Das Modell des Siegerprojektes zeigt, dass der Kirchenturm voraussichtlich weniger hoch sein wird als der bisherige. «Die Kirchenpflege ist vom Projekt sehr überzeugt», sagt Lehmann.

Ökonomisch wie ökologisch sei dieser Neubau wesentlich sinnvoller als die Renovation eines Baus, der durch Altlasten belastet sei. Welche Farbe die Kirche erhalten wird, stehe noch nicht fest: «Bezüglich Farbgebung werden wir uns zusammen mit den Architekten noch etwas Besonderes einfallen lassen.»

Zusätzlich zur neuen Kirche erhalte Turgi im Zentrum der Gemeinde kostengünstige Wohnungen. Sie werden direkt neben der Kirche gebaut – auf dem Modell sind sie im Vordergrund zu sehen. «Die Architekten planen derzeit neun Wohnungen, wir möchten aber prüfen, ob drei weitere Wohnungen erstellt werden könnten.»

Als Nächstes reicht die Kirchenpflege beim Gemeinderat Turgi ein Abrissgesuch für die bestehende Kirche ein. «Gleichzeitig bitten wir den Gemeinderat um eine Stellungnahme zum Projekt, das wir realisieren möchten.»

Im Idealfall werde das Abrissgesuch innerhalb von drei Monaten bewilligt, dann könnte der Kirchgemeindeversammlung noch dieses Jahr der Baukredit unterbreitet werden, erklärt Lehmann.

Gemeinderat Adrian Schoop sagt, man werde das Abrissgesuch vorurteilsfrei prüfen, sobald es eingetroffen sei. Im Juli hatte die Behörde in einem Communiqué mitgeteilt, bei Eingang eines allfälligen Abbruchgesuches der reformierten Kirchgemeinde werde sie den Erlass einer Bausperre über das entsprechende Grundstück prüfen.

Eine Bausperre würde es ermöglichen, sorgfältig und breit abgestützt zu entscheiden, ob die reformierte Kirche im Rahmen der anstehenden Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung unter Schutz gestellt werden soll.

Der Gemeinderat hatte angekündigt, einen unabhängigen Experten beizuziehen, um die Frage zu klären, ob die Kirche ein schutzwürdiges Objekt sei.

Nachdem die Kirchgemeindeversammlung im März dem Abbruch der Kirche zugestimmt hatte, war eine Debatte entbrannt, den der Gemeinderat als «heftige Kontroverse» bezeichnete.

Gegner des Abbruchs reichten eine Petition ein, in der sie den Gemeinderat aufforderten, bis zur Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) einen Planungsstopp auf dem Areal zu verfügen und über die Kirche ein Abbruchverbot zu verhängen.

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