Popsängerin Lady Gaga trägt Fleisch, die Badenerinnen bald Pflanzen: Die Floristin Doris Haller und ihr Team von «Blumen.Dekorationen» zeigen an der Modeschau des Badener Modehauses Ledergerber vier Kleider aus Blumen und Blätter.

«Im letzten Herbst entdeckte ich ein Pflanzenkleid in ihrem Blumenladen», sagt Brigitte Knecht, Inhaberin von Ledergerber.

«Das Kleid faszinierte mich auf Anhieb. Es ist sehr individuell und speziell, wie unsere Mode.» Also fragte sie die Blumenfrau kurzerhand an, ob sie weitere Pflanzenkleider für die Modenschau im Frühling entwerfen könnte.

Das Kleid im Blumenladen war das Hochzeitskleid von Haller. «Ich wollte meinen Mann mit einem Pflanzenkleid überraschen», erzählt die Floristin.

«Unsere Hochzeit im letzten Sommer war der perfekte Tag, um diese Idee in die Tat umzusetzen und mein erstes Kleid aus Blättern und Blumen zu entwerfen.»

Die Pflanzenkleider seien aber nicht lange haltbar. «Zwei Tage bleibt ein Kleid frisch, nachher schrumpeln die Blätter und die Blüten trocknen aus.» Anschliessend könne man die Kleider wieder der Natur zuführen, sprich kompostieren.

Ein solches Pflanzenkleid herzustellen ist nicht ganz einfach. Bereits drei Monate vor der Modeschau sass Haller mit ihrem Team vom Blumenladen zusammen.

«Wir mussten zuerst herausfinden, welche Pflanzen wir verarbeiten können, ohne dass die Blätter brechen oder zerreissen.»

So müssen sie einige Blätter und Blüten aufnähen oder kleben, andere wiederum befestigen sie mit Knöpfen oder nähen sie zusammen. Als Basis dient meistens ein Unterkleid aus Stoff.

Die Blätter von Farnen oder Affengras und Blüten von Chrysanthemen oder Hyazinthen wurden am Donnerstag geliefert – die Pflanzenkleider müssen frisch hergestellt werden. Bei der Verarbeitung sei Flexibilität gefragt:

«Blätter und Blüten können wir nicht wie ein Stück Stoff in einer bestimmten Form oder Grösse bestellen – wir müssen spontan auf das Material eingehen.» In der Nacht auf Samstag werden die Kleider kühl gelagert, damit sie schön bleiben bis zur Modeschau.

Seit Jahrzehnten gehört die Modeschau zur Tradition von Ledergerber. Zwei Mal im Jahr werden die neusten Trends vorgestellt.

«In diesem Jahr stehen Natur- und Pastelltöne im Zentrum, die mit dezentem Grün und Blau kombiniert werden können», verrät Brigitte Knecht. «Wir präsentieren Outfits, bei denen glänzende Seide mit leichter Baumwolle und feinem Leder verbunden werden.»

Integriert in die Modenschau tragen die Models die florale Couture von Doris Haller. Die vier Pflanzenkleider werden eigens für die Modeschau hergestellt.

«Falls ein individuelles Blattkleid zu einem speziellen Anlass getragen werden möchte, würde ich es mit Freude anfertigen», sagt Haller.

Modeschau: Samstag, 15. März, 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr, mit floraler Couture von Doris Haller; Ledergerber, Badstrasse 30, Baden.