Wenn der beste Freund im Jenseits ist

Ursula Parpan aus Ehrendingen arbeitet eigentlich als Medium – jetzt hat sie ihr erstes Kinderbuch herausgebracht.

Rosa Haller
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Kurz nach 10 Uhr: Immer noch steigt Rauch aus dem Gebäude. Rund 60 Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr Baden standen im Einsatz.
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Kurz nach 10 Uhr: Immer noch steigt Rauch aus dem Gebäude. Rund 60 Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr Baden standen im Einsatz.

Kurz nach 10 Uhr: Immer noch steigt Rauch aus dem Gebäude. Rund 60 Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr Baden standen im Einsatz.

Bilder: Martin Rupf

Kinder haben eine blühende Fantasie – manchmal scheinen sie Dinge wahrzunehmen, die für uns Erwachsene nicht nachvollziehbar sind. Ein weit verbreitetes Beispiel hierfür ist der imaginäre Freund eines Kindes. Oft wissen Eltern jedoch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Genau dieses Phänomen thematisiert Ursula Parpan in ihrem Kinderbuch «Ich sehe Dich – eine besondere Freundschaft», das vor kurzem erschienen ist. Die 42-Jährige hat 2018 eine Zweitausbildung zum Medium gemacht und vergangenes Jahr ihre eigene Praxis «Seelenfreizeit» an der Au in Ehrendingen eröffnet.

Zur Beratung von Menschen als Medium ist Parpan auf Umwegen gekommen. Nach ihrer Ausbildung in einer Uhren-Bijouterie arbeitete sie über die Jahre in verschiedenen Branchen. Vor vier Jahren wechselte sie zu einer Kreditkartenfirma, für die sie nun Teilzeit im Callcenter tätig ist. «Auf die Idee, mich selbstständig zu machen, bin ich früher nie gekommen.» Als ein guter Freund von ihr an einem Hirntumor starb, suchte sie selbst ein Medium auf, um mit ihm in Kontakt zu kommen. Seither habe sie mehr über den Tod und das Leben danach erfahren wollen, weshalb sie sich schlussendlich doch für eine eigene Praxis entschloss, wie sie erzählt.

Durch Meditation auf die Idee gekommen

In der «Seelenfreizeit» will Parpan Menschen die Möglichkeit bieten, durch sie etwas über ihre verstorbenen Angehörigen zu erfahren oder mit ihnen in Kontakt zu kommen. Sie berät unter anderem auch Menschen in schwierigen Lebenssituationen: um ihnen Orientierung und neue Perspektiven zu geben oder sie in ihrem Selbstfindungsprozess zu unterstützen. Zudem bietet sie unterschiedliche Workshops an.

«Den Impuls, ein Kinderbuch zu schreiben, habe ich in einer Meditation erhalten», sagt Parpan. Der Titel «Ich sehe Dich» sei dabei eine Art Eingebung gewesen. Ein Konzept hielt sie nicht für nötig: «Ich habe einfach intuitiv angefangen zu schreiben und mich von meinen Gedanken leiten lassen.» Es habe viel Mut gebraucht, das fertige Buch schlussendlich zu veröffentlichen. Die Erzählung handelt von Max, einem kleinen Jungen, der einen besten Freund namens Stefan hat. Da dieser aber schon im Jenseits ist, kann nur Max ihn sehen. Seine Mutter glaubt erst, er sei nur eine Einbildung ihres Sohnes. Doch sein Grossvater, der dieselbe Gabe hat, versteht ihn. «Ich habe viele Freunde, die das als Kind selbst erlebt haben», so Parpan. Ihnen habe auch niemand geglaubt. Einen eigenen imaginären Freund hatte sie allerdings nie, wie sie sagt.

Imaginärer Freund ist keine psychische Krankheit

«Die Geschichte soll zeigen, dass jemand auch dann da sein kann, wenn man denjenigen nicht sieht», so Parpan. Sie richte sich an betroffene Kinder und ihre Eltern, damit sie sich dem Thema öffnen können. Beide Seiten sollen ihrer Meinung nach wissen, dass es sich bei einem imaginären Freund nicht um eine psychische Krankheit handelt, sondern normal und in Ordnung ist.

Bebildert ist das Buch von Sabina Körfgen. «Als ich Illus­trationen von ihr im Internet fand, war ich begeistert» sagt Parpan. In den Bildern findet sich auch ein persönlicher Bezug zu ihr: Die Katze auf dem Cover stellt Parpans Kater Pascha dar, den sie 17 Jahre lang hatte, und der Grossvater von Max ähnelt ihrem eigenen stark. Das, weil sie zu diesem ebenfalls ein sehr enges Verhältnis gehabt habe. «Mein Wunsch ist es, dass das Buch eines Tages in so vielen Kinderzimmern steht wie ‹Die kleine Raupe Nimmersatt›».

«Ich sehe Dich – eine besondere Freundschaft» erschienen im Tredition-Verlag, Hamburg 2020.