Stetten
Wenn der Samichlaus ein Konzert besucht

Unter dem Motto «Ruete oder Nüssli?» präsentierte die Musikgesellschaft am Samichlaustag ein unterhaltendes Repertoire. Am Ende gabs unerwarteten Besuch.

Peter Thomann
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Sergey Yelizarov dirigiert den «Egerländer Musikantenmarsch».
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Trompeten und Kornett in Passagen des «Fliegermarsch».
Die Stetter Musikanten erhielten bei ihrem Konzert Besuch vom Samichlaus.
Konzertmoderatorin Cornelia Küng bespricht mit dem Samichlaus das weitere Vorgehen.
Elisabeth Sintzel interpretiert Sidney Bechets «Petite Fleur» auf dem Vibrafon.
Bernhard Jaggi begleitet auf dem Akkordeon ein Potpourri durch Oberkrainer-Klassiker.
Der eidgenössische Ehrenveteran Alois Huber (links) wird von Walter Leimgruber geehrt.

Sergey Yelizarov dirigiert den «Egerländer Musikantenmarsch».

Peter Thommen

Undenkbar waren Radio-Wunschkonzerte Anfang der Sechzigerjahre ohne die Refrains «Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett» und «Pigalle», das ist die grosse Mausefalle mitten in Paris“. Gesungen wurden sie vom deutsch-amerikanischen Schlagersänger Bill Ramsey. Mit diesen nostalgischen Melodien eröffneten die Stetter Musikanten den Abend.

Messerscharf und synkopiert peitschten die Blech-Einwürfe durch die Halle und unterstrichen den rockigen Genre des Arrangements von Harald Kolasch. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen war ein Potpourri durch die Erfolgstitel des Slowenischen Volksmusikers Slavko Avsenik. Avsenik sei der «Elvis» unter den Oberkrainern, erklärte Konzertmoderatorin Cornelia Küng.

Die im Arrangement enthaltenen bekannten Titel «Trompetenecho» und «Slowenischer Bauerntanz» begleitete Bernhard Jaggi authentisch am Akkordeon. Das Publikum war hellauf begeistert und applaudierte.

Die Moderatorin schaffte das Unmögliche

Den musikalischen Höhepunkt bildete die Komposition «Petite Fleur» des amerikanischen Jazzmusikers Sidney Bechet. Was in der Originalfassung als ein auf Klarinette gespieltes Liebeslied um die Welt gegangen war, führten die Stetter Instrumentalisten als Rock-Titel auf.

Die Melodie interpretierte Solistin Elisabeth Sintzel auf dem Vibrafon. Zuvor erklärte und demonstrierte Konzertmoderatorin Cornelia Küng dem interessierten Publikum kompetent und detailliert die Funktionsweise dieses hauptsächlich im Jazz verwendeten Instruments.

Plötzlich läuteten Glocken und der Samichlaus betrat den Saal, begleitet von nicht weniger als acht Schmutzlis. Auf der Bühne verteilte der Tross Geschenke an die Musikanten. Aber was wäre ein Samichlausbesuch ohne Versli? Die Konzertmoderatorin schaffte das schier Unmögliche: Sie brachte das ganze Publikum dazu, im Chor ein Versli aufzusagen.

Die Heiterkeit war gross und der Samichlaus zufrieden. Schliesslich klang der Abend aus mit einem rockigen Medley aus beliebten Weihnachtsliedern. Mitsingen war selbstverständlich nicht verboten.