Was möchte das Theaterstück «Was ist schön? — Eine Rundreise» erreichen? Wie der Titel schon erahnen lässt, beginnt das Stück mit Fragen. Eine blinde Reiseführerin begleitet ihre Gäste in ihrer abendlichen Reise durch Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft. Die Zuschauer versetzen sich in ihre Welt des Nicht-Sehens und werden weiter in eine Welt des Nicht-Sehen-Wollens geführt.

Am 27. Oktober feierte das Stück in der Galerie Anixis in Baden seine Premiere. Das Projekt wurde letztes Jahr durch Nadja Schneider, die für die Regie zuständig ist, und Stephanie Willi, die Produktionsleiterin, initiiert. Ein Jahr lang hatten die zwei mit verschiedensten Personen Gespräche geführt und sich historisch wie auch philosophisch eingelesen. Schönheitskonzepte seien immer zeit- und milieu-gebunden. Eine Definition dessen, was als «schön» gelte, gebe es nicht, schreiben die Organisatoren.

Die Figuren im Stück zeigen auf, dass die Fixierung auf den eigenen Körper und dessen Selbststilisierung zeitintensiv ist; man verschliesst die Augen vor der Alltäglichkeit und der Realität. Immer wieder unterbricht die Reiseführerin die exzessiven Auswüchse der Figuren, die von Laien- und Profischauspielern inszeniert werden, und setzt ihre Reise fort — mit vielen weiteren Fragen im Gepäck. Finden die Zuschauer im Stück also Antworten? Während der Philosoph und der Biologe in ihren Diskussionen nach einer wissenschaftlichen Erklärung suchen, werden im Gegenzug anhand von seltsamen Yoga-Praktiken und übertriebenen Schönheitsoptimierungen aufgezeigt, wie der Mensch durch den Wahn nach Perfektion ins Absurde geführt wird.

Das spartenübergreifende Theaterstück prägen aber auch seine ausdrucksstarken Bilder, die Musik von Christoph Baumann, sowie Luftakrobatik und Modern-Dance-Einlagen von Rahel Merz, die ohne Worte auskommend, von Schönheit erzählen. Das Nachdenken und der intensive Austausch miteinander ist ein Teil des Stückes, den die zwei Initiantinnen des Stücks auf der Bühne klar sichtbar machen wollten. Die Aufführung läuft noch bis Ende November in der Galerie Anixis in Baden.