Baden/Wettingen
Wenn ein Bus durch den Bareggtunnel fährt

Eine Busverbindung durch den Bareggtunnel? Für drei Jahre soll ein Probebetrieb für eine neue Busverbindung von Dättwil nach Wettingen eingeführt werden. Der Start wäre bereits mit der nächsten Fahrplanänderung im Dezember 2013.

Roman Huber
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Die RVBW soll bald durch den Bareggtunnel fahren

Die RVBW soll bald durch den Bareggtunnel fahren

Aargauer Zeitung

Das im März 2010 eingereichte Postulat von Regula Dell’Anno forderte den Stadtrat dazu auf, für den öffentlichen Verkehr eine neue Tangentiallinie von Dättwil nach Neuenhof zu prüfen.

Anstoss zu diesem Postulat war für die damalige Badener SP-Einwohnerrätin, im kommenden Herbst Stadtratskandidatin, der geplante Zusammenschluss mit Neuenhof.

Der Stadtrat legt nun dem Einwohnerrat den Bericht zum Postulat vor.

Wettingen statt Neuenhof

Mit ihrem Begehren verfolgte Regula Dell’Anno mehrere Ziele, nebst dem, dass die beiden Fusionspartner verkehrstechnisch besser verbunden werden sollten: Die Tangentiallinie hätte Neuenhof per Bus direkt ans Kantonsspital und ans Gewerbegebiet in Dättwil angebunden, wobei auch Birmenstorf und Rütihof bis zur Kantonsschule Wettingen respektive Bahnhof Wettingen Anschluss hätten.

Die Mellingerstrasse und damit der Schulhausplatz könnte man entlasten; insbesondere während der Bauzeit von 2014 bis 2017, für die ohnehin flankierende Massnahmen vorgesehen sind. Letztlich würde der Bareggtunnel mit einer solchen Direktlinie für den öffentlichen Verkehr nutzbar gemacht.

Das Verkehrsbüro Metron AG hat den Vorschlag studiert und Kanton, Gemeinden und die RVBW miteinbezogen. Der Versuchsbetrieb beschränkt sich auf die Verkehrsspitzen am Morgen und am Abend.

Statt Neuenhof wird nun die Kantonsschule und der Bahnhof Wettingen angesteuert, wo eine direkte Weiterverbindung mit der neuen Linie 12 (Tägerhard) oder per Bahn nach Neuenhof und ins Limmattal Richtung Zürich gewährleistet ist.

Die S-Bahn-Haltestelle Wettingen wird dadurch aufgewertet. Auf der Dättwiler Seite will man das Gebiet Segelhof und auch die dortigen Arbeitsplätze (ABB-Forschungszentrum) anbinden, ebenso das Sportzentrum Baregg.

Deutlich kürzere Fahrzeiten

Das Fahrtenpotenzial nach Dättwil beträgt 70 Tagespendler von Neuenhof und rund 150 von Wettingen. Die Pendlerzahl von Baden bzw. der Aussenquartiere nach Zürich ist weit höher als dasjenige in die Limmattalgemeinden. Im Vergleich der andern Limmattalgemeinden liegt in Wettingen jedoch das grösste Potenzial.

Die Kosten eines Versuches haben die Gemeinden zu tragen. «Wenn sich nach drei Jahren eine positive Bilanz ziehen lässt, kann das Angebot vom Verkehrsverband Aargau Ost in den offiziellen Fahrplan aufgenommen werden», sagt Stadtammann Geri Müller.

Die Gesamtkosten, die von der Regionalen Verkehrsbetrieb Baden-Wettingen AG (RVBW) in Rechnung gestellt werden, belaufen sich auf 269 421 Franken pro Jahr. Baden hat jährlich 167 628 Franken zu bezahlen.

Die Gemeinde Wettingen gedenkt, 38 Prozent beziehungsweise 101 792 Franken zu übernehmen.

In Wettingen muss der Einwohnerrat am 20. Juni darüber entscheiden, in Baden wird die Vorlage für den dreijährigen Versuchsbetrieb am 18. Juni behandelt.

«Ich bin guten Mutes, dass der Versuchsbetrieb in beiden Einwohnerräten positiv aufgenommen wird», so Geri Müller.

Start wäre bereits mit der nächsten Fahrplanänderung im Dezember 2013. Darum muss die Eingabe des Probebetriebs bis Ende Juni erfolgen.