Kein Abend wie alle andern in den steilen Hängen des Birmenstorfer Weinbergs. Dutzende, sich hektisch bewegende Stirn-Lichter und ein fröhlich geprägtes, wirres Stimmenkonzert hätten einen Unwissenden stark irritieren können. Grund für das Geschehen war der 5. Vollmondwümmet, zu dem die Weinbaugenossenschaft Birmenstorf aufgerufen hatte. Über dreissig Winzerfamilien und ihre Helfer füllten zwischen 20 und 22 Uhr ihre Traubenkistchen, um sie danach, an traditioneller Stelle bei der Waage hinter dem Dorfbrunnen, abzugeben. Das Traubengut wird verwendet, um den seit 2010 im Angebot stehenden Pinot Noir «Vollmond-Wy» zu produzieren. Der Hauptakteur der Vollmondnacht hielt sich während der Lesephase vornehm im Hintergrund, präsentierte sich aber bei der Traubenabgabe in praller Grösse über dem Dorf. Der Vollmond-Wümmer fiel diesmal auf einen sehr frühen Termin. Die nächste Möglichkeit wäre der 6. November gewesen – eindeutig ein zu spätes Erntedatum.

Die Weissweinbeeren der Sorten Riesling-Silvaner und Sauvignon Blanc wurden einige Tage zuvor gelesen. Der grosse Rest an roten Beeren wird in Kürze von den Rebstöcken geschnitten. Wie die von der unseligen Suzukifliege sabotierte Ernte 2014 einzustufen ist, kann noch nicht abschliessend gesagt werden. Es dürfte aber trotz des weinfeindlichen Insekts mit einem positiven Resultat zu rechnen sein.