Es sind weniger die Pferdeäpfel, sondern vor allem die ausgetretenen und verdreckten tiefen Gräben, die die Hufe der Pferde auf den Spazierwegen rund um den Dättwiler Wald hinterlassen, und die Spaziergänger ärgern. Denn da heisst es nicht nur Mund zu und durch, sondern vor allem «Matsch und durch».

Ein Mann mit Hund schimpft: «Gerade bei diesem Matschwetter sieht man danach aus, als hätte man einen Stall ausgemistet.» Eine andere Spaziergängerin mit Hund nervt sich auch über die herumliegenden Pferdeäpfel: «Ich muss den Gaggi meines Hundes ja auch entsorgen, und bezahle erst noch Steuern.»

Behörden wollen einen konsensorientierten Umgang

Laut Josef Schmidlin, dem Kreisförster der Region, fällt in der Tat des öfteren Mist an. Aber auch wegen «vermooreten» Weglein gebe es «öppe Reibereien», das sei «bekannt». Dabei ist die gesetzliche Grundlage bekannt. Laut Waldgesetz ist das Reiten abseits von befestigten Strassen verboten, das bekräftigt auch Herr Schmidlin. «Rösseler müssen sich auf den grossen, lastwagentauglichen Strassen bewegen.»

Doch in Dättwil nahe des Kantonsspitals gibt es viele Reiter, die die Abkürzung über Wald- und Fusswege zum Reitstall in Dättwil bevorzugen. Die Gemeinden würden versuchen, dieses Dilemma «pragmatisch zu lösen», bekräftigt Georg Schoop, der Leiter des Stadtforstamts in  Baden. Bis jetzt habe es «praktisch keine Zielkonflikte» diesbezüglich gegeben, so Schoop. Allerdings, so ist der az zu Ohren gekommen, würden schon mal Forstmitarbeiter von Rösselern beschimpft, weil diese auf ihrer Marschroute in der Natur bestehen.

Welcher Spaziergänger will schon über einen Teppich aus Pferdäpfeln spazieren?

Diese Argumentation ärgert ein Spaziergänger ganz besonders. Der Hundebesitzer meint, viele Spaziergänger aus dem stark gewachsenen Stadtteil Dättwil würden sich sehr ärgern, weil sie so permanent im tiefen Matsch laufen müssen auf den Fusswegen. Die grossen Wege seien auch oft etwas aufgeweicht und teilweise laufe man gar auf einem Teppich voller Pferdeäpfel. Es sollen sogar schon Velofahrer über die teils grossen Haufen gestürzt sein.

In Gegenden, in denen viele Pferdestallungen stehen, ist Pferdemist ein grosses Thema, Reklamationen gehen ein, aber das Auflesen der Pferdebölle ist nirgends Pflicht, heisst es an der entsprechenden Stelle. Rösseler bezahlen im Gegensatz zu Hündeler keine Steuern, die unter anderem dafür aufgewendet werden, den Wegunterhalt zu decken. Im Aargau lehnte der Grosse Rat 2002 eine Pferdesteuer ab.