Region Baden
Wenn Schüler politisieren: Jugendparlament Megafon nimmt einen neuen Alauf

Junge Badener Einwohnerräte lancieren eine Neuauflage der regionalen Jugendsession Megafon. Sie wollen damit die Jungen vermehrt für Politik begeistern. Kick off ist der 22. Oktober im – wo denn sonst - neuen Jugendlokal „Werkk“.

Sabina Galbiati
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2006 debattierten die Jugendlichen mit viel Elan an der «Megafon». Nun soll die Jugendsession die Jungen wieder zum Politisieren ermutigen. (Archiv)

2006 debattierten die Jugendlichen mit viel Elan an der «Megafon». Nun soll die Jugendsession die Jungen wieder zum Politisieren ermutigen. (Archiv)

Hubert Keller

Fünf junge Badener Einwohnerräte wollen bei den Jugendlichen das Politik-Interesse wecken. Deshalb organisieren sie im Oktober eine Neuauflage der «Megafon»-Jugendsession – genau zehn Jahre, nachdem sich rund 80 Jugendliche zur ersten regionalen Jugendsession «Megafon» im Rathaus in Wettingen trafen.

Damals fand der Anlass nach zwei Ausführungen ein jähes Ende. Die Jugendlichen hätten die Organisation laufend übernehmen sollen, «doch die Arbeit, um einen solchen Anlass zu Planen und durchzuführen war für die Jugendlichen eine zu grosse Herausforderung», erinnert sich Einwohnerrat Jonas Fricker (Team Baden). Er war damals zusammen mit Karin Bächli (SP) Initiant des Projekts.

Bei den lokalen Politikern blieb «Megafon» in den Köpfen haften und kam im vergangenen Dezember während der Einwohnerratssitzung in Baden wieder auf den Tisch. Hannah Locher (SP) sagte damals, das Projekt wäre eine Chance, um den Jugendliche die Politik schmackhaft zu machen. Gemeinsam mit Luca Wälty (Team Baden) hat sie die Megafon-Session wieder ins Leben gerufen. «Wir vom Organisationskomitee sind alles junge Politiker», sagt sie. Das sei Absicht: «Wir haben einen anderen Draht zu den Schülern und sind in ihrer Wahrnehmung eher wie die grosse Schwester oder der grosse Bruder», sagt die 26-Jährige. «Dadurch können wir der Politik den biederen Beigeschmack nehmen, den die Jugendlichen nicht selten von ihr haben.»

Zusätzlich mit Sarah Wiederkehr (CVP), Simon Sommer (SVP) und Matthias Brunner (SVP) besteht das OK aus Vertretern von linken bis rechten Parteien. Wiederkehr sagt: «Uns ist es wichtig, dass die Session politisch breit abgestützt ist.»

An der «Megafon. 15» werden Oberstufenschüler der Gemeinden Baden, Obersiggenthal und Neuenhof Teilnehmen. Im Jugendlokal Werkk in Baden werden die rund 90 Jugendlichen in verschiedenen Workshops über die Schule der Zukunft, soziale Medien und die Gestaltung des öffentlichen Raums debattieren. «Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen am Ende der ‹Megafon› uns Politikern Vorstösse für den Einwohnerrat mitgeben», sagt Wiederkehr.

Anliegen finden Gehör

Bereits aus der «Megafon» 2005 resultierte ein Vorstoss, der letztlich Initialzündung der Fachstelle Jugendarbeit Region Baden mit 13 Mitgliedgemeinden war. «An der diesjährigen Session werden wir mit Jugendarbeitern der Fachstelle zusammenarbeiten», sagt Widerkehr. Sie sollen zwischen Jugendlichen und Politikern vermitteln und im Anschluss an die Veranstaltung aufzeigen, wie man die Schüler noch besser abholen kann. Auch Lokalpolitiker werden insbesondere die Workshops begleiten. Neben Mark Füllemann (FDP) oder Matthias Schickel (CVP) wird auch Jonas Fricker an der «Megafon. 15» teilnehmen: «Ich habe die ersten zwei Veranstaltungen in sehr guter Erinnerung.» Zudem seien einige Teilnehmer von damals in der Politik hängen geblieben, so auch Luca Wälty, sagt er. «Das zeigt, dass die Veranstaltung ihren Sinn erfüllt.»

Wiederkehr sucht derzeit noch weitere Lokalpolitiker aus anderen Gemeinden, die am Anlass teilnehmen. Die Zukunft der Veranstaltung lässt sie nach dem jähen Ende von «Megafon» offen. «Die Session muss nicht jedes Jahr stattfinden», sagt die 29-Jährige. Viel wichtiger sei es, dass sie bei Gemeinden, Politikern und Schulen breit abgestützt sei.

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