«Unser Ziel ist nicht unbedingt ein Zusammenschluss», sagte Gemeindeammann Alois Greber an der Informationsveranstaltung. Im Gemeinderat Killwangen sei das Thema schon oft besprochen worden: «Immer mit der Aussage: interessiert uns nicht.» Doch jetzt ist es nach Ansicht des Gemeinderates Killwangen an der Zeit, die Vor- und Nachteile anzuklären: «Wir wollen herausfinden, was die optimale Zusammenarbeit ist.»

Ganz ähnlich formuliert es Gemeindeammann Valentin Schmid aus Spreitenbach: «Wir haben bisher gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit gemacht, jetzt wollen wir das Potenzial prüfen.» Den Startschuss dazu gaben die beiden Gemeinderäte vor rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Mehrzweckhalle Zelgli Killwangen. An den Gemeindeversammlungen müssen die Stimmberechtigten über einen Projektkredit von 180000 Franken entscheiden. Der Betrag wird anhand der Bevölkerungszahl aufgeteilt (siehe Projektkosten).

Ein Projekt der Bevölkerung

Unter dem Titel «Killwangen Spreitenbach, eine Chance für die Region», erläuterte Markus Leimbacher die Arbeit der nächsten Jahre. Leimbacher ist in Baden aufgewachsen und Anwalt in Brugg. Er hat mehrere Zusammenschlussprojekte begleitet. Dabei kommt der Mitwirkung der Bevölkerung eine sehr hohe Bedeutung zu. Insbesondere sind die Einwohner aufgerufen, in den Facharbeitsgruppen (FAG) mitzuarbeiten. «Die Facharbeitsgruppen sind das Herzstück des Projektes», sagte Leimbacher. In diesen werden die verschiedensten Themen wie Verwaltung, Finanzen, Schule, Liegenschaften, Ortsbürgergemeinde, Forst, Sicherheit, Energie- und Wasserversorgung, Werkhof, Soziales, Gesundheit, Hoch und Tiefbau oder Raumentwicklung behandelt.

Zu Beginn ihrer Arbeit werden die FAG den Ist-Zustand erheben müssen. Dann haben sie Optionen zu erarbeiten sowie die finanziellen, personellen und räumlichen Konsequenzen aufzuzeigen. Zuhanden der Projektleitung müssen die FAG einen Abschlussbericht erstellen, der dieser und den Gemeinderäten dann als Entscheidgrundlage für das weitere Vorgehen dienen wird.

Mehrjähriger Arbeitsprozess

Wenn die Gemeindeversammlungen  dem Vorhaben zustimmen, wird ein mehrjähriger Prozess beginnen. Bereits im 3. Quartal dieses Jahres sollen die Facharbeitsgruppen zusammen gestellt werden (siehe Möglicher Zeitplan). Diese werden mit Schwerpunkt 2013 die Teilprojekte erarbeiten. Ob sich die Gemeinderäte für die Zusammenarbeit (Variante 1) oder den Zusammenschluss (Variante 2) entscheiden, hängt von den Berichten der Fachgruppen und der Projektleitung ab. Plädieren sie für Zusammenschluss werden die Stimmberechtigten das letzte Wort haben. «Sie müssen zweimal entscheiden, zuerst an Gemeindeversammlungen, dann an der Urne», sagte Leimbacher. Per 1. Januar 2016 könnten Killwangen und Spreitenbach zu einer Gemeinde werden, wie diese heissen wird ist offen.

Mit Fragen wurde der Informationsabend beendet. Aber nur ein Mann meldete sich. Er regte an, weitere Gemeinden in die Gespräche einzubeziehen. Eine regionale Fusion kann nach Ansicht von Greber in einigen Jahren abgeklärt werden: «Momentan ist die Zeit noch nicht reif.»

Gemeindeversammlungen

Spreitenbach: 12. Juni,
Turnhalle Boostock;
Killwangen,
15. Juni, 20 Uhr,
Mehrzweckhalle Zelgli.