Baden
Wer folgt auf Attiger, falls er nach Aarau berufen wird?

Was ist, wenn FDP-Regierungsrat Beyeler vorzeitig zurücktritt? Stephan Attiger stünde sicherlich parat, um die Lücke zu füllen. Doch wer könnte dann Stadtammann werden? Über «Papabili» für das Stadtammannamt wird in Baden erst leise spekuliert.

Roman Huber
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Stephan Attiger, Badener Stadtammann. Noch.

Stephan Attiger, Badener Stadtammann. Noch.

Aargauer Zeitung

Seit Peter C. Beyeler das Pensionsalter erreicht hat, wird über seinen vorzeitigen Rücktritt spekuliert. Der FDP-Regierungsrat erklärte zwar, dass er die Amtszeit beenden werde, konnte aber parteiinterne Ränkespiele nicht weiter verhindern.

Attiger als Ostaargauer Kronfavorit

Wo von der Beyeler-Nachfolge gesprochen wird, fällt der Name Stephan Attiger. Der freisinnige Badener Stadtammann und Grossrat gilt bereits als Favorit. Seine ruhige und besonnene Art wird in Politkreisen geschätzt. Und vor allem vertritt Attiger den Ostaargau. Man bedenke: Ohne Beyeler ist der Aarauer Regierungsrat Urs Hofmann geografisch dem Ostaargau am nächsten.

«Eine Kandidatur für den Regierungsrat kann zum Thema werden, steht zurzeit aber nicht zur Diskussion», sagt Attiger. Massgebend sei für ihn auch der Zeitpunkt. Wenn die Frage auf ihn zukäme, würde er sie rasch beantworten können, so Attiger. Derweil herrscht in Baden alles andere als Freude beim Gedanken, den bewährten neuen Stadtammann nach fünf oder sechs Jahren bereits wieder abtreten lassen zu müssen. Obschon dieses Szenario rasch Realität werden könnte, machen sich selbst die Badener Parteien darüber noch erstaunlich wenig Gedanken.

Eine(r) aus dem Kollegium?

«Wenn es ernst gilt, werden wir bereit sein», sagt FDP-Präsident Matthias Bernhard. Er könnte sich Roger Huber mit sieben Jahren Stadtratserfahrung als Ammann vorstellen. «Kein Thema – im Moment», sagt Huber. Nach dem Motto «Sag niemals nie» würde er sich die Sache aber überlegen. Trotz jugendlichem Alter sei Fraktionspräsident Lukas Breunig erwähnt. Mit Tony Stalder, Leiter Liegenschaften, hat die FDP auch eine fähige Kraft in der Verwaltung.

Bei der CVP rechnet man nicht, dass Stadtrat Kurt Wiederkehr nochmals für die Exekutive antreten wird. Und sein Kollege Reto Schmid hat die Geschäftsführung von seinem Vater erst übernommen. Ausserhalb des Stadtrats kämen wohl Fraktionspräsident Reto Huber, Michael Wicki (ehemals Einwohnerrat und Kirchenpflegepräsident), Peter Conrad junior (Einwohnerrat) oder Bernhard Schmid infrage, müssten jedoch erst positioniert werden. Die CVP habe sich so beim Rennen um die Nachfolge von Stadtammann Sepp Bürge die Finger verbrannt, erinnert Parteipräsident Matthias Gotter. «Aktuell kann die CVP keinen Nachfolger aus dem Hut zaubern», gesteht er. Die CVP wird aber auf jeden Fall eine bürgerliche Kandidatur unterstützen.

Mit Müller und Berger zu rechnen

Die Hoffnungen der Linksparteien werden auf Vizeammann Geri Müller (Grüne/Team) und SP-Stadträtin Daniela Berger ruhen. Berger hatte im 2005 bei der Ammann-Ersatzwahl kandidiert und im ersten Wahlgang den CVP-Kandidaten Lukas Voegele geschlagen. «Es wäre schade für Baden, wenn Stephan Attiger gehen würde», sagt Berger. Zu einer Kandidatur könne sie noch keine schlüssige Antwort geben, sage aber auch nicht Nein. Der Gedanke, das Engagement für die Stadt zu verstärken, sei «nicht abwegig», sagt Geri Müller, Vizeammann und Nationalrat. «Die Arbeit in Baden macht Freude», doch konkrete Pläne bestünden nicht.