Büblikon
Wer hat auf Kater Diego geschossen?

Die Kugel steckt noch immer in der Schulter des Tieres – gesucht werden Hinweise auf den Schützen. Heute geht es dem Kater aber schon viel besser.

Carolin Frei
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Diego geht es wieder besser- auf dem Bild- aufgenommen zwei Wochen nach dem Vorfall, ist die Einschusswunde noch sichtbar.

Diego geht es wieder besser- auf dem Bild- aufgenommen zwei Wochen nach dem Vorfall, ist die Einschusswunde noch sichtbar.

Als sich Diego, der Kater einer Familie aus Büblikon, vor gut einem Monat blutend und humpelnd nach Hause schleppte, brachte man ihn sofort zum Notfall-Tierarzt nach Wettingen. Die erste Vermutung, dass er von einem Auto angefahren worden sei, bestätigte sich nicht. Erst beim zweiten Röntgenbild war zu erkennen, dass eine Geschosskugel in der Schulter für die Lähmungen in seinem linken Vorderbein verantwortlich ist. «Der Tierarzt hat uns von einer Operation abgeraten, weil die Gefahr, weitere Nervenstränge zu verletzen, zu gross sei», erinnert sich die Bübliker Familie. Die folgenden drei Wochen waren weder für die Familie noch für Diego einfach. «Er ist gerne draussen. Doch wegen seiner Verletzung musste er das Haus hüten.» Heute geht es Diego wieder besser. «Mal hinkt er mehr, mal weniger. Doch er kann schon wieder auf alles Mögliche raufspringen», stellt die Familie erfreut fest.

Wut auf die unbekannte Täterschaft

Noch heute sind die Halter von Diego nicht nur geschockt ob dieser Tat vom 26. Februar, sondern auch wütend auf die unbekannte Täterschaft. «Wie kann man das einem wehrlosen Tier nur antun?» ist eine Frage, die sich die Familie seither immer wieder stellt. Mit Flyern, die sie in der Nachbarschaft verteilten und im Dorf aufhängten, versuchten sie Licht ins Dunkel zu bringen. Der Fall wurde auch der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal gemeldet. Polizei-Wachtmeister Daniel Bodenmann: «Wir haben vor Ort vergeblich nach herumliegenden Patronenhülsen gesucht.» Allerdings betonte Bodenmann auch, dass das Revier einer Katze sehr gross sei und man somit den «Tatort» nicht wirklich eingrenzen könne. Zudem könnte es auch sein, so Bodenmann, dass es sich um eine ungewollte oder versehentliche Schussabgabe gehandelt habe.

Diego ist auf dem Weg der Besserung

Die Bübliker Familie ist glücklich, dass sich Diego wieder recht gut erholt hat. Seit diesem Vorfall sei das Büsi allerdings etwas scheuer geworden und sein Fressverhalten habe sich geändert. «Früher hat Diego alles gefressen, was ihm vor die Nase kam. Ob das nun Tomatensauce aus der Pfanne oder Puderzucker vom Sonntagskuchen war, nichts war vor ihm sicher. «Nun hat er sich vom Allesfresser zum Gourmet gemausert», meint die Familie lachend. Was hingegen gleich geblieben ist, ist sein Hang zum Träumen. «Wenn er ein ‹Müggli› sieht, schaut er ihm nach, vergisst alles rundherum. Da könnte eine Bombe einschlagen – er würde sich nicht stören lassen.» Das ist gut so – der Katzen-Alltag hat Diego wieder.