Eigentlich dürfte dieser Artikel nicht erscheinen, wollte sich der Verfasser gegen den Vorwurf verwahren, noch mehr «Nahrung dem Feuer von Intrigen» gegen Geri Müller zu geben.

Fakt ist jedoch, dass die Affäre Geri Müller an der Jahresschlusssitzung des Einwohnerrates traktandiert worden ist. Und diese Sitzung war wie immer öffentlich.

Anlass dazu gab die Anfrage Peter Conrad und weiterer mitunterzeichnenden Alt-Stadträte betreffend «Verbleib von Stadtammann Geri Müller im Amt». Der Stadtrat gab sich dazu in seiner Antwort (BT vom 5. 12.) überraschend offen und sprach von «Reputationsschaden».

«Ich selber wäre zurückgetreten», schickte Alt-Stadtrat Peter Conrad voraus. Müller habe der Stadt geschadet, stehe in der Antwort des Stadtrates, und die Anfragesteller würden diese Einschätzung teilen, so Conrad.

Es sei eine grobe Verdrehung der Tatsachen, wenn nun die Bürgerlichen selber beschuldigt würden, eine private Angelegenheit öffentlich und politisch ausschlachten zu wollen.

«Es geht nicht um links oder rechts, sondern allein um die Frage, ob es zulässig ist, dass ein Verhalten an den Tag gelegt wird, das der grosse Teil der Bevölkerung von einem Amtsträger ablehnt», fügt Conrad an.

Conrad warf Müller auch vor, die «zum Teil öffentlich gemachte Sache selber zu verantworten, in dem er das Risiko der digitalen Verbreitung eingegangen» sei. Er, Müller, habe dem Amt die verdiente Achtung und den Respekt nicht gewahrt – nicht die Bürgerlichen. Er könne der Person wieder Respekt zollen, aber nicht mehr als Amtsperson. «Ob die Angelegenheit zurecht oder ungerecht an die Öffentlichkeit gelangte, ist irrelevant», so Conrad. Die Öffentlichkeit sei dafür nicht verantwortlich. Müller sei ausserdem vom Commitment abgerückt, bei fehlendem Vertrauen die Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten.

«Genug vom Mobbing»

Es überrasche, wie schnell der Respekt vor einer Amtsperson verlorengehe, begann Einwohnerrat Fritz Bosshardt (team) seine Replik. Alle hätten nur verloren – die Politiker Zeit, um Sachpolitik zu betreiben. «Genug des Mobbings einer einzelnen Person», rief er auf. Es sei auch eigenartig von einem Reputationsschaden zu sprechen, der nur auf «die Aargauer Zeitung und ihr Trommelfeuer» zurückzuführen sei, so Bosshardt. Wer mit Neuwahlen einen Neubeginn erwarten würde, vergesse denjenigen Teil der Bevölkerung, der Geri Müller gewählt habe. Und Wahlen seien alle vier Jahre. Stefan Häusermann (Grüne) sprach von «Kampagne und Boykott eines bürgerlichen Komplotts», das «im lokalen Monopolblatt immer wieder aufgekocht» werde. Dabei gehe es nur um die politische Verschiebung.

Geri Müller habe eine Dummheit begangen, von der AZ sei sie mit Exekutionsjournalismus aufgegriffen worden, sagte Erich Obrist (SP). Wiederholt wurde Nahrung in das Feuer von Intrigen gegeben. Er verurteilt auch, dass verdiente Altstadträte in die Diskussion eingegriffen haben; der Schaden werde nur noch grösser.

«Die meisten Badener haben genug», erklärt Obrist. Es gebe viel zu tun, vieles sei auf der politischen Agenda. «Darum müssen wir aus diesem Teufelskreis heraus.» Geri Müller sei nicht abgetreten, also müsse nun der Schlussstrich gemacht werden, auch vom Badener Tagblatt. «Stoppen wir die Obstruktion», appellierte Obrist. Stadtammann Geri Müller wollte in der Diskussion nicht selber Stellung nehmen.