Turgi

«Wer macht so was?»: Ausgesetztes Kaninchen im Turgemer Wald gerettet

Dieses Zwergkaninchen wurde mitten im Turgemer Wald gefunden.

Dieses Zwergkaninchen wurde mitten im Turgemer Wald gefunden.

«Wer macht so was?» Alfred Schären ist entsetzt, als er am Dienstag im Turgemer Wald ein Zwergkaninchen findet. Es muss kürzlich ausgesetzt worden sein, ganz in der Nähe sind Stroh und Rüebli deponiert.

Schären alarmiert umgehend den Aargauischen Tierschutzverein (ATS) in Untersiggenthal. Gemeinsam können sie das Tier schliesslich einfangen. Seither lebt das Kaninchen im Tierheim Untersiggenthal.

Wie oft gibt es eine solche Suchaktion? Silvia Gmür vom ATS sagt: «Wir müssen wöchentlich etwa zweimal ausrücken, die Tendenz ist klar steigend.»

Oft seien die Tiere von ihren Besitzern geflohen, jedoch komme es immer wieder vor, dass sie ausgesetzt werden. Beim aktuellen Fall müsse wegen der nahegelegenen Nahrung davon ausgegangen werden. «Wir haben schon miterlebt, wie die Leute mit dem Auto am Strassenrand gehalten und das Tier rausgelassen haben und davongebraust sind», erzählt Gmür. Oftmals seien es Kleintiere und Katzen. «Wir gehen von einer grossen Dunkelziffer aus.»

Das Zwergkaninchen hatte Glück, lange hätte es in freier Wildbahn nicht überlebt.

«Manchmal ist der Fuchs schneller als wir», sagt Silvia Gmür. Weiter seien sich ausgesetzte Kleintiere nicht an ein freies Leben gewöhnt, weshalb es mit den Gefahren nicht klarkomme. Auch seien Wunden sehr gefährlich: «Ab und zu erhalten wir Tiere, die bereits von Maden zerfressen wurden. Dann bleibt uns nur das Einschläfern.»

Das gefundene Tier bleibt mindestens die nächsten zwei Monate im Tierheim. Solange haben die Besitzer Zeit, sich zu melden.

Danach werde das Kaninchen zur Adoption freigegeben. «Das ist eine Standardprozedur. Wenn das Tier ausgesetzt wurde, reichen wir eine Strafanzeige gegen Unbekannt ein», so Gmür.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1