Mellingen
«Wer musiziert, kann besser lesen und rechnen»

Die Schule Mellingen-Wohlenschwil bietet ganz neu eine Bläserklasse an. Ständerätin Christine Egerszegi überreichte den Kindern nun die Instrumente.

Elisabeth Feller
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«Wer musiziert, kann besser lesen und rechnen»

«Wer musiziert, kann besser lesen und rechnen»

Die Schule Mellingen-Wohlenschwil erregt Aufsehen. Am Montag reisten Schülerinnen und Schüler nach Bern, um Christine Egerszegi, Mellinger Ständerätin und Präsidentin des Initiativkomitees «Jugend+Musik», zu unterstützen. Der Support wirkte offenkundig beflügelnd auf die Debatte im Nationalrat – die Musikinitiative wurde angenommen (siehe Stichwort).

«Musik macht hellhörig«

Nun ist die Schule Mellingen-Wohlenschwil abermals im Gespräch. Seit dem neuen Schuljahr führt sie nämlich eine Bläserklasse. Somit bietet Mellingen – neben Rheinfelden/Kaiseraugst, Frick und Gebenstorf – als vierte Schule im Kanton Aargau eine solche Klasse an. Die Vorteile des Klassenmusizierens bringt Heinz Binder, Leiter der Musikschule Mellingen, so auf den Punkt: «Musik macht hellhörig und sozialverträglich.» Das Projekt beschränkt sich – für die 4. und die
5. Klasse – vorerst auf zwei Jahre.

Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Kinder der Bläserklasse intensiv mit Blastechniken, Rhythmik sowie dem Ausprobieren von Flöte, Posaune, Trompete, Klarinette, Tuba, Horn und Saxofon. Nun wurden die Instrumente anlässlich einer fröhlichen Feier in der Mellinger Aula Annex definitiv zugeteilt, das heisst: Die Kinder durften «ihr» Instrument für zwei Jahre mit nach Hause nehmen. Berappen müssen sie, vielmehr ihre Eltern, gar nichts. Denn die vom Lupfiger Musikhaus Ruedi Wüst erworbenen Instrumente werden finanziert von der Gemeinde Mellingen, dem Departement für Bildung, Kultur, Sport (BKS Aargau) sowie
der Mellinger Albert-und-Ida-Nüssli-Stutz-Stiftung. Deren Präsidentin wiederum ist Christine Egerszegi – mithin schliesst sich der Kreis zum eingangs Erwähnten. Nicht verwunderlich, dass die einstige, langjährige Leiterin der Musikschule Mellingen den 20 Kindern die Instrumente selbst in die Hände drücken wollte.

«Wir sind ganz aufgeregt»

«Herzlich willkommen in unserer Bande, wir sind ganz aufgeregt», klang es zu Beginn der Feier von der Bühne herunter. Doch die Kinder, Eltern, Musikschulleiter Heinz Binder, Projektleiter Pius Jeck und Ruedi Wüst mussten sich geraume Zeit gedulden. Ob die Ständerätin etwa im Stau stecken geblieben war? Aber dann ging die Türe auf, Applaus brandete auf – die Politikerin war angekommen. Sie erzählte kurz, wie die Idee einer Bläserklasse vor zwei Jahren bei einem Essen aufgekommen und wie diese nun realisiert worden sei: «Ihr seid jetzt eine Versuchsklasse», wandte sie sich an die Kinder und gab lächelnd ihrer Überzeugung Ausdruck: «Wer musiziert, kann besser lesen und rechnen.»

Einfach «lässig»

Die Ständerätin, die sich für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen engagiert, fasste den Anlass in einem Wort zusammen: «Lässig.» Das fanden auch die Kinder, die einzeln aufgerufen wurden, um von der Politikerin das favorisierte Instrument zu bekommen. Flugs wurde dieses strahlend in Besitz genommen. Kommentar rechts