Die Nachricht, wonach das Restaurant Neumarkt in der Zürcher Altstadt einen Aufpreis von 10 Franken verlangt, wenn Gäste nur eine Vorspeise bestellen, sorgte letzte Woche für Diskussionen. Weil im Restaurant Neumarkt «immer mehr Leute einen Abend lang sitzen und fast nichts konsumieren», hat der Wirt einen Deckungsbeitrag für diese Dienstleistung von zehn Franken erhoben, berichtete der «Tages-Anzeiger» letzte Woche.

Was sagen Badener Wirte zu einem solchen Aufpreis und verdienen sie etwas, wenn Gäste nur Hahnenwasser als Getränk bestellen? Für James Kong, Betreiber der «Spedition» und der «Rampe», ist ein solcher Deckungsbeitrag kein Thema. «Die Schwierigkeit wäre ja auch, ab wann ein solcher Beitrag erhoben wird.»

Überhaupt plädiert Kong für Kommunikation und Nettigkeit. «Wenn ich Gäste sehe, die einen Tisch besetzen, obwohl sie eigentlich nur Getränke zu sich nehmen, dann kann ich sie ja auch ganz nett bitten, sich doch an der Bar bedienen zu lassen. Apropos trinken: In der «Rampe» steht den Gästen kostenlos Hahnenwasser zur Verfügung, während man in der «Spedition» für eine halben Liter Hahnenburger 3 Franken zahlt. «Das hängt mit dem Konzept zusammen», erläutert Kong. In der «Rampe» bedienen sich viele Gäste über Mittag selber, während in der «Spedition» viel Personal für das Wohl der Gäste besorgt ist.

Gratis gibt es das Hahnenburger derweil im «Gottardo». «Auch für das Gedeck verlangen wir nichts», sagt Georg Manuel, Chef de Service. Etwas ausgeklügelter präsentiert sich die Lösung im «Isebähnli», wo je nach Situation ein Aufschlag von 5 Franken für eine Vorspeise erhoben wird, wenn diese als Hauptgang bestellt wird. «Aber auch nur dann, wenn eine Reservation während der Rush Hour vorliegt», sagt Pächter Pius Bieri.

«Wenn aber jemand zum Beispiel nach 21 Uhr noch eine Suppe essen will oder ankündigt, nur rasch einen kleinen Imbiss zu sich nehmen zu wollen, dann erheben wir natürlich keinen Zuschlag», so Bieri. Denn man wolle unbedingt auch den Bistro-Charakter erhalten. Und wie ist es mit dem Hahnenwasser – ausgenommen das Wasser zusammen mit dem Kaffee? Hierfür muss der Gast im «Isebähnli» etwas zahlen, was auch klar in der Karte deklariert ist. Es handelt sich aber nicht um normales Wasser, sondern um «belebtes Wasser». Für ein 3- Deziliter-Glas bezahlt man 2 Franken.

«Rebstock»-Teilhaberin Natalie Flückiger hat zwar durchaus Verständnis für einen solchen Deckungsbeitrag, aber im «Rebstock» sei ein solcher kein Thema. «Wir haben 32 Plätze, die während der Essenszeiten für Gäste reserviert sind, die essen wollen.» Wenn dann halt ein Gast nur einen Salat bestelle, so sei das halt dann so. Bis Ende letztes Jahr war das Hahnenwasser im «Rebstock» gratis. Neu zahlt man für einen halben Liter zwei Franken. Das Geld gehe aber an das Hilfsprojekt «Wasser für Wasser» in Sambia, so Natalie Flückiger.