Es ist doch einiges liegen geblieben in den vergangenen Monaten – nebst der neuen Stadtwährung, die Stadträtin Sandra Kohler anregte. Hierfür würde sich übrigens für Baden Müllerbier, für Wettingen Lägere Bräu eignen, weniger als Anlage, vielmehr um in durstigen Zeiten wie jetzt etwas davon «flüssig» zu haben. Die Trümmer der Villa Schnebli sind zwar weggeräumt. Wie auch diejenigen im folgenden Fall:

Es hatte damals, im Jahr 1923, bis zum Neubau des Kurtheaters (1951) noch gedauert. Doch der an jener Badenfahrt erzielte Reingewinn von über 20 000 Franken bildete das Gründungskapital der heutigen Theaterstiftung. Das Badenfahrt-Komitee 2017 zieht nun nach und hat vom Festgewinn 300 000 Franken der Theaterstiftung für Umbau und Sanierung des Kurtheaters überwiesen. Bravo! Doch: Ein paar Wochen zuvor gestand dasselbe Komitee, dass es das legendäre Modell des Schlosses Stein – von der SAC Lägern 1937 erbaut, an den Festzügen der Badenfahrt 1937 bestaunt und nach der Verkehrssanierung der 60er-Jahre in der Unterführung des Schulhausplatzes Jahrzehnte lang ausgestellt – klammheimlich verschrottet habe (Lesen Sie hier). Mit Verlaub: Ist ein solcher Entscheid wirklich eines Badenfahrt-Komitees würdig?

Schlimmeres lässt sich hier noch verhindern: Seit derselben Badenfahrt (1937) gehört die Nachbildung der Spanischbrötlibahn als Strassenausführung bei jedem Badener Fest zur Standardattraktion. Es gibt kaum einen Menschen, der in der Region aufgewachsen ist und nie auf ihr mitgefahren ist. Ende 2017 erfuhr die Leserschaft, dass sogar der Stadtrat diese Bahn, damals gebaut von der Technischen Gesellschaft unter Mithilfe von Badener Firmen, zum Schrottplatz durchwinken will. Warum ist im Einwohnerrat noch kein Vorstoss eingegangen? Pardon, sonst werden dort auch Vorstösse für manchen Schrott eingereicht. Ich hoffe auf Ukurba, die Vereinigung Badener Unternehmer, die 100 000 Franken zu vergeben hat. «Wer hat eine tolle Idee?», lautet deren Frage. Meine Antwort: «Der Stadtturnverein Baden, er will die Spanischbrötlibahn retten!»

Die Spanischbrötlibahn fährt durch den neuen Bustunnel.

Die Spanischbrötlibahn fährt durch den neuen Bustunnel. (18. August 2017)

«Der Wille für einen Zusammenschluss muss aus der Bevölkerung kommen, und diesen spüre ich nicht», sagte Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster im Monat März zum Thema Regionalstadt. Wen hat denn Kuster gefragt? Es waren diejenigen ehemaligen Wettinger Bezler, die einst nach Baden zur Schule gegangen waren. Da habe es von hochnäsigen Badenern geheissen, «s stinkt nach Mischtstock», wenn Wettinger das Klassenzimmer betreten hätten – so die Anekdote. 1957 bekamen die Wettinger ihre eigene Bezirksschule. Übrigens: Schon vor dem Zusammenschluss mit Baden (1962) brachten Bezler aus Dättwil, Rütihof und Münzlishausen Stallgeruch in die Klassenzimmer. Das war nie ein Thema.

Die «Mail-Affäre» des umtriebigen «Vereins Traktandum 1» liess diverse Gemeindeammänner dazu hinreissen, sich mit öffentlichem Bekenntnis dem Thema Zusammenschlüsse zu entziehen, bevor sich der Souverän darüber seine Überlegungen machen durfte. Interessant: Sie gehören Gemeinden an, in denen seit 20 oder mehr Jahren kein zukunftsträchtiger Wurf gelungen ist. Zwei Gemeindeoberhäupter haben aber erkannt, worum es bei Fusionsabklärungen geht. Nämlich um raumplanerische Überlegungen, Stärken- und Schwächenanalysen, Auslegeordnung eigener und regionaler Perspektiven, um Ideen interkommunaler Infrastrukturen, um steigende Ansprüche von oben und unten sowie vieles mehr. Der Turgemer Gemeindeammann Adrian Schoop und Klingnaus Stadtammann Reinhard Scherrer haben die Zeichen der Zeit erkannt. Dennoch: Der Ostaargau überlässt nun höflich dem Zukunftsraum Aarau den Vortritt.

Ganz aktuell sei doch noch ein Sätzchen zur viel diskutierten Kunst am Schulhausplatz platziert. Interessiert da meine Meinung überhaupt? «Stack» passt doch bestens an diesen Ort.