Birmenstorf
Wer vergriff sich am 20'000 Jahre alten Elefantenstein?

Der riesige Findling im Birmenstorfer Wald wurde mit Sicherheit von Menschen beschädigt.

Andreas Fahrländer
Merken
Drucken
Teilen
Ein Stück Rücken fehlt: Der Elefantenstein in Birmenstorf.

Ein Stück Rücken fehlt: Der Elefantenstein in Birmenstorf.

Andreas Fahrländer

War es ein Souvenirjäger? Oder waren es Vandalen? Eines ist klar: Das Stück Fels, das seit kurzem am Elefantenstein im Birmenstorfer Ortsbürgerwald fehlt, wurde von Menschenhand und mit schwerem Werkzeug entfernt. Der gigantische Findling – er misst rund 40 Kubikmeter – ist ein kommunal geschütztes Denkmal.

AZ-Leser Laurenz Kohler hat den Schaden bei einem Waldspaziergang diese Woche bemerkt. «So mancher kletterte schon auf den Elefantenrücken und wagte den Sprung über den sogenannten Elefantenkopf. Dass nun ausgerechnet am Rücken ein Stück abgetrennt wurde, ist unverständlich», sagt Kohler.

Vermutlich Trennsäge als Tatwerkzeug

Geologe Benjamin Ruf vom Geologieunternehmen Jäckli in Baden hat den Schaden an Ort und Stelle begutachtet und sagt: «Die Beschädigung zeigt eindeutige Schnittspuren, welche von mechanischer Fremdeinwirkung herrühren. Als Gerät könnte eventuell eine benzinbetriebene Trennsäge infrage kommen.» Das fehlende Felsstück wurde nicht gefunden. «Eine ähnliche Einwirkung konnte auch an einem Findling weiter südlich am Wegesrand gemacht werden. Anzeichen von Moosbewuchs lassen aber dort darauf schliessen, dass die Entfernung schon älter ist», sagt Ruf weiter.

Der Elefantenstein ist nur einer von vielen erratischen Blöcken im Wald oberhalb der Sommerhalde, zwischen Birmenstorf, Dättwil und Rütihof. Während einige dieser Findlinge am Wegrand liegen, liegt der Elefantenstein etwas versteckt im Unterholz – und er ist mit Abstand der grösste Felsen hier. Um den Schaden zu betrachten, muss man auf den Rücken des «Elefanten» klettern. Die Abbruchstelle ist etwa 60 mal 30 Zentimeter gross und noch sehr frisch.

Laut Inventar der kantonalen Abteilung für Grundwasser, Boden und Geologie besteht der Findling aus Granit mit Feldspat. Er wurde in der Eiszeit vor rund 20'000 Jahren vom Reussgletscher vom Gotthard hierhergebracht. Er ist als «Geomorphologisches Objekt» besonders geschützt, weil er nahe der Maximalausdehnung des eiszeitlichen Gletschers im Birrfeld liegen geblieben ist.

Es müssen Vandalen gewesen sein

Das Unverständnis über die Beschädigung ist sowohl bei der Gemeinde als auch beim Kanton gross. Für Elizabeth Jacobs, Fachspezialistin für Materialabbau und Geologie beim Kanton, ist klar, dass es eine Form von Vandalismus gewesen sein muss: «Ich kann mir partout nicht vorstellen, dass das brutale Vorgehen zu Forschungszwecken geschah.» Forscher würden höchstens mit ganz kleinen Bohrkernen Gesteinsproben nehmen.

Nun liegt es an der Gemeinde, ob sie Anzeige gegen unbekannt erhebt. Birmenstorfs Frau Vizeammann Cordula Zangger (parteilos) sagt auf Nachfrage, der Gemeinderat werde den Vorfall so bald wie möglich an seiner nächsten Sitzung besprechen und das weitere Vorgehen prüfen.

Vandalismus im Aargau - die Bilder:

Dättwil AG, Oktober 2019: Vandalen haben die Fassadenverglasung des Schulzentrums Höchi massiv beschädigt. Es entstand ein Sachschaden von 35'000 Franken.
45 Bilder
Schinznach, Juli 2019: Vandalen haben in Schinznach in der Aula gewütet: Sie schlugen Fenster ein, versprayten Wände und zerstörten ein Keyboard und weitere Gegenstände. Die Täter sind dem Gemeinderat bekannt.
Arni, 7. Juni 2019: Rund 2500 Franken beträgt der Schaden, den Unbekannte am Freitag des Pfingstwochenendes am Kindergartenpavillon in Arni verursacht haben.
Oberrüti, Ostern 2019: Die Baumsitzgruppe beim Kindergartenspielplatz wurde ins Wasser geworfen. Vier Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren sind für die Schäden verantwortlich.
Unbekannte fällten beim Vordemwalder Waldhaus Felli, an der Verbindungsstrasse von Riken und Glashütten, drei Tannen. Vordemwald, 7. Juni 2019
Unbekannte haben beim Klubhaus der Sportanlage «Kreuzzelg» einen Cricket-Teppich in Brand gesetzt. Dank des beherzten Eingreifens des Platzwartes konnte ein grösserer Brand verhindert werden. Wettingen, 17. Mai 2019
Das Gemeindehaus in Oberentfelden wurde Ziel eines Vandalen-Akts. Unbekannte schossen auf die Eingangstür. Oberentfelden, 7. März 2019
Tisch bei der Villa Hecht wurde abgefackelt. Rothrist, 4. März 2019
Zerstörerischer Abstimmungskampf: Ein Plakat wurde ausgerissen und über die Leitplanke ins Tobel geworfen. Arni, 25./26. Januar 2019
Kein Lausbubenstreich: Übermaltes Plakat 50 statt 30. Arni, 24./25. Januar 2019
Alles angeschleppt, was brennt: Eine Palette, der dazugehörige Rahmen und ein Strohballen wurden verbrannt. Lenzburg, 12./13. Januar 2019
Keine Unachtsamkeit: Bei dieser Zerstörung einer Bank in Lenzburg war Mutwilligkeit im Spiel. Lenzburg, Anfangs Januar 2019
Vandalen schlugen die Fensterscheiben der WC-Anlage in Möhlin ein. Möhlin, Dezember 2018/Januar 2019
Vandalen waren auf dem stillen Örtchen in Möhlin. Möhlin, Dezember 2018
Vandalen zerschlugen vier Lampen bei der Unterführung Richtung Berikon. Oberwil-Lieli, 8./9. Dezember 2018
Vandalen waren in Baden in einer Schule am Werk. Baden, Mitte Oktober 2018
Vandalen in Badener Schule. Baden, Mitte Oktober 2018
Vandalen in Badener Schule. Baden, Mitte Oktober 2018
Vandalen in Badener Schule. Baden, Mitte Oktober 2018
Vandalenakte im Bally-Park Schönenwerd. 26. Juni 2018 Bally-Park Schönenwerd
Eine unbekannte Gruppe brach in neu errichtete, noch leere Wohnungen in Baden-Dättwil ein und richtete erheblichen Schaden von mehreren zehntausend Franken an. Baden-Dättwil, 1. Juni 2018
Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag mehrere Container in einem Schulareal in Brand gesetzt.
Unbekannte dringen bei der Schiessanlage Dintikon gewaltsam in den Scheibenstand ein und legen Feuer. Bereits zwei Woche zuvor war das Schützenhaus wiederholt beschädigt worden. Dintikon, 15. Mai 2018
Vandalen schlagen in der Nacht sämtliche Scheiben eines Bauernladens ein. Eingedrungen ist aber niemand. Auch geklaut wurde nicht. Der Sachschaden beträt 10'000 Franken. Spreitenbach, 28. April 2018
Mitten in einem Wohnquartier in Würenlos haben Chaoten nachts ein Auto komplett demoliert: Mit Steinen traktierten sie die Scheiben des Kleinwagens, mit Messern oder ähnlichen Werkzeugen schlitzten sie gar die Carosserie auf. Der Citroën ist schrottreif. Würenlos, Ende April 2018
In Schneisingen wüteten in der Nacht auf Ostersonntag unbekannte Täter und begingen mehrere Sachbeschädigungen. Es wurden bei der Feuerstelle auch ein Feuer entfacht und Materialien verbrannt. Schneisingen, 1. April 2018
Der Platz der Waldspielgruppe Müsli in Aarau Rohr wird immer wieder zum Ziel von Vandalen. Im Mai haben nicht nur die dicken, stützenden Pfähle aus der Umrandung getreten und zum Teil angezündet, sondern auch ein tiefes Loch in die Mitte gegraben. Aarau Rohr
Ein Vandale beschädigt in der Nacht auf Sonntag auf dem ehemaligen Kunath-Areal 13 Fahrzeuge sowie drei Gebäude. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken. (Fortsetzung nächstes Bild) Aarau, 11. März 2018
(Fortsetzung) Die umfangreichen Ermittlungen nach den Taten in der Telli (über ein Dutzend Fahrzeuge und drei Gebäude beschädigt) führen zu einem 17-Jährigen Schweizer aus dem Bezirk Aarau. Aarau, 11. März 2018
Unbekannte richten im Neubau eines Kindergartens sowie im angrenzenden Schulhaus beträchtlichen Schaden an. Neuenhof, 11. Juli 2017
Bei der Kreisschule, beim Tennisclub sowie beim Regenklärbecken werden Lampen und Fenster beschädigt. Ein Auto brennt aus. Buchs, 29. November 2017
Vandalen beschädigen mehrere Autos und schlagen Scheiben ein. Die Täter konnten ermittelt werden. Es handelt es sich um zwei Schweizer aus der Region im Alter vom 20 und 28 Jahren. Aarburg, 28. November 2017
Unbekannte Täter verschmieren zahlreiche Hausfassaden und Verkehrsschilder. Birrwil, 19. November 2017
Bei der Kantonspolizei gehen mehr als ein halbes Dutzend Meldungen über Sachbeschädigungen ein. Lenzburg, 5. November 2017
Unbekannte schlagen an mehreren Fahrzeugen Scheiben ein, beschädigen Wohncontainer und verwüsteten einen Wohnanhänger. Staufen, 2. Oktober 2017
Unbekannte setzten bei einer Baustelle zwei Bagger in Gang und richten damit Sachschaden an. Auw, 29. August 2017
Unbekannte Täter versprayen diverse Örtlichkeiten und reisst Beleuchtungseinrichtungen herunter. Möriken, 5. August 2017
Unbekannte sprayen in einem Parkhaus. Polizeihund "Lord" spürt einen der Tatverdächtigen in einem Gebüsch auf. Baden, 19. Juli 2017
Unbekannte Täter verwüsten die Kapelle. Im Gebäude entstehen durch ein Feuer massive Russschäden. Full-Reuenthal, 25. Juni 2017
Unbekannte besteigen einen Baukran und reissen dessen Kabel aus. Auf der Baustelle zerstören sie eine frisch gemauerte Wand und begehen weitere Sachbeschädigungen. Schöftland, 8. Mai 2017
Jugendliche werfen grosse Steine gegen das Glasdach des Hallenbad-Veloständers und zerstören so die Scheiben. Baden, 21. April 2017
Unbekannte beschädigen am Bahnhof abgestellte Velos. Othmarsingen, 10. April 2017
Unbekannte Vandalen dringen in eine Turnhalle ein und sprayen "Fuck The Police" oder "Fuck School" an eine Wand. Aarburg, 10. April 2017
Dank eines Hinweises von Anwohnern ertappt die Polizei zwei jugendliche Sprayer auf frischer Tat. Wohlen, 17. März 2017
Unbekannte versprayen im Umfeld einer Schulanlage diverse Objekte. Oftringen, 28. Februar 2017

Dättwil AG, Oktober 2019: Vandalen haben die Fassadenverglasung des Schulzentrums Höchi massiv beschädigt. Es entstand ein Sachschaden von 35'000 Franken.

Kapo AG