Baden

«Wer will schon Quotenfrau sein?»: Sie möchte für die FDP in den Grossen Rat

Esther Frischknecht in Dättwil, wo sie arbeitet.

Esther Frischknecht in Dättwil, wo sie arbeitet.

Unternehmerin Esther Frischknecht ist die bestklassierte Frau auf der Liste der FDP im Bezirk Baden. Sie besetzt den fünften Listenplatz. Sie möchte nicht vom Frauenbonus profitieren. Frischknecht hofft, dass sie wegen ihrem Engagement und ihrer Politik gewählt wird.

«Ich bin gerade am Autofahren. Aber wir können das Gespräch gerne jetzt via Freisprechanlage führen. Ich bin ja eine Frau und beherrsche das Multitasking», sagt Esther Frischknecht und lacht. Und schon sind wir mitten im Thema: Sie steht auf der Liste der FDP im Bezirk Baden für die Grossratswahlen auf Platz 5 – nach vier Männern auf den Spitzenplätzen.

«Ob Mann oder Frau, spielt für mich in diesem Zusammenhang keine Rolle. Drei Kandidaten vor mir sind Bisherige. Unsere Partei hat sich auf diese Reihenfolge geeinigt, der Entscheid kam demokratisch zu Stande, er stimmt für mich.»

Mit ihrer pragmatischen Art, manchmal verknüpft mit einer Prise Humor, antwortet Esther Frischknecht auf die meisten Fragen. Die Bezirksbadener FDP besetzt aktuell vier Sitze im Kantonsparlament, wobei Antoinette Eckert nicht wieder antritt. Wie gross sind die Chancen Esther Frischknechts, diesen Sitz zu erobern? «Nun, ich trete an, um gewählt zu werden. Es gibt auf unserer Liste aber viele andere gute Kandidaten, etwa Badens Stadtrat Philipp Ramseier, um einen Namen zu nennen.»

Setzt sich für klassisch liberale Themen ein

Vielleicht könne sie ein wenig vom Frauenbonus profitieren – «aber das möchte ich eigentlich gar nicht. Wer will schon die Quotenfrau sein?», sagt sie und lacht. «Ich hoffe vielmehr, dass die Menschen mich wegen meines Engagements und meiner Politik wählen.»

Frischknecht gehört seit vielen Jahren der Badener Schulpflege an, dem Einwohnerrat Baden und dem Vorstand der FDP Stadtpartei. Die Themen, für die sie sich als Grossrätin einsetzen würde, sind klassisch liberal: Der administrative Aufwand beim Bauen soll sinken, findet sie beispielsweise. Frischknecht ist Geschäftsführerin eines Unternehmens für Brandschutz mit Sitz in Dättwil, und sie kriegt fast täglich mit, wie viele Dokumente eingereicht und wie viele Formulare ausgefüllt werden müssen bei baulichen Veränderungen. Weiter will sie den Fachkräftemangel bekämpfen – auch dies ein Thema, das sie als Unternehmerin beschäftigt.

Sie verzichtet auf Plakate, führt lieber Gespräche

Sie hat den Mut, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Beim Neubau des Sekundarstufenzentrums Burghalde in Baden kritisierte sie als eine der wenigen den Standort, der nicht ideal sei, sowie die Kosten. Sie würde sich auch in Aarau dafür einsetzen, dass Geld nur für Notwendiges, nicht aber für Nice-to-­have-Lösungen eingesetzt wird. «Finanzpolitisch bin ich wohl eher am rechten Rand der FDP», sagt sie. «Gesellschaftspolitisch hingegen bin ich offener als der Durchschnitt.»

Frischknecht setzt nicht wie viele andere auf Plakatwerbung. «Viel lieber rede ich mit den Leuten.» Sie hat gerne mit Menschen zu tun: «Seit knapp 30 Jahren trainiere ich in Würenlingen die Kunstradfahrerinnen und Radfahrer, die auch aus anderen Gemeinden der Region stammen.» Und als Würenlingerin war sie – wie es sich gehört in diesem Dorf – jahrelang in einer Guggenmusik aktiv. «Dadurch kennen mich viele.»

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