Mägenwil

«Werde nicht als Bünzli in die Geschichte eingehen»: Gemeindeschreiber tritt nach 36 Jahren ab

Matthias Däster (l.) hat Anfang Juni die operative Führung von Werner Bünzli übernommen.

Matthias Däster (l.) hat Anfang Juni die operative Führung von Werner Bünzli übernommen.

Mägenwils Gemeindeschreiber hat in 36 Amtsjahren eine stark wachsende Gemeinde erlebt und mitgeprägt. Nun geht er in Pension.

Als Werner Bünzli 1984 nach Mägenwil zog, um dort Gemeindeschreiber zu werden, zählte die Gemeinde gerade einmal 1000 Einwohner. 36 Jahre und 1200 zusätzliche Einwohner später gibt der bald 65-Jährige das Zepter weiter. Diese Woche fand in der Gemeindekanzlei die offizielle Amtsübergabe von Bünzli an Matthias Däster statt. Der 31-jährige Nachfolger kommt aus Aarau, jener Stadt, in der Bünzlis Lieblingsfussballclub zu Hause ist.

Für den FC Aarau schwärmt Bünzli, der in Rohr aufgewachsen ist, seit seiner Jugend. Nun hat er einen jungen Aarauer in die Geschäfte der Gemeinde Mägenwil eingearbeitet. Däster, zuletzt in Oftringen tätig, hat seine Stelle als Gemeindeschreiber bereits am 1.April angetreten und wurde seitdem vom Vorgänger in seinen neuen Aufgabenbereich eingeführt. Nun hat er die operative Führung übernommen, Ende des laufenden Monats wird Bünzli endgültig in Pension gehen.

«Ich habe sehr viel von ihm lernen können», sagt Däster. Und Bünzli erinnert sich, dass er vor 36 Jahren bei seinem Antritt ebenfalls sehr viel lernen musste. Er war von Oberkulm, wo er stellvertretender Gemeindeschreiber war, gekommen und teilte sich die Verwaltung mit einem weiteren Mitarbeiter und einem Lernenden. «Heute sind die Verwaltung und die Gemeinde mehr als doppelt so gross», sagt Bünzli.

«Werde nicht als Bünzli in die Geschichte eingehen»

In all den Jahren hat er eine stark wachsende Gemeinde miterlebt und mitgeprägt, war auch Bauverwalter und hat als Zivilstandsbeamter rund 130 Trauungen vollzogen. Das sind denn auch die Erinnerungen, die Bünzli bleiben: «Die enorme Bautätigkeit in den 1980- und Anfang der 90er-Jahre, die zahlreichen Firmenansiedlungen von Electrolux über Denner bis Brack, die Dorffeste und die schönen Momente, wenn zwei Personen den Bund fürs Leben schliessen. Ich hoffe, die Ehen haben gehalten.» Natürlich gab es auch den einen oder anderen Spruch über seinen Nachnamen, «aber meist mit einem Augenzwinkern. Ich glaube nicht, dass ich als Bünzli in die Geschichte Mägenwils eingehen werde», sagt Bünzli.

Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern will in Zukunft mehr Zeit für seine beiden Enkel aufbringen, Reisen, so bald es die Lage wieder zulässt, und mit Gartenarbeit für die nötige persönliche Bewegung sorgen. Er sei wehmütig und freue sich gleichzeitig auf das Neue, das da kommen mag. Seinem Nachfolger gibt er mit auf den Weg: Offen sein, den Leuten zuhören, die Verwaltung als Dienstleistung ansehen und sich laufend weiterbilden. «In den 36 Jahren, die ich hier war, habe ich die Gemeinde betrachtet, als ob sie meine eigene Firma wäre», sagt Werner Bünzli.

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