«Talglichter dienten im Mittelalter als Lichtquelle», sagt André Schnellmann. Der Birmenstorfer ist Mitglied des Vereins «der rote Hufen», der zeigen will, wie die Menschen im Mittelalter lebten und arbeiteten.

«Während das Leben von Königen und Adligen detailliert aufgezeigt ist, weiss man wenig über das alltägliche Leben», sagt der 43-Jährige. Zusammen mit den anderen 24 Vereinsmitgliedern verbringt er deshalb viel Zeit mit Recherchieren und Ausprobieren. Auch fürs Herstellen des Talglichts brauchte er Geduld.

«Das Fett eines kastrierten Schafsbocks besorgte ich mir bei einem Metzger, kochte es auf und filterte die Flüssigkeit», erklärt er. Den so entstandenen Talg giesst Schnellmann entweder in ein Talgschälchen mit Docht oder zur Kerze. «Da es bisher keine Funde von Kerzenformen gibt, geht man davon aus, dass der Docht aufgehängt und der Talg mit der Schöpfkelle am Docht heruntergeleert wurde und so die meterlangen Kerzen entstanden sind.»

Schon als Kind faszinierten Schnellmann Burgen und Schlösser. «Es ist interessant, das alltägliche Leben des Mittelalters nachzustellen», sagt er.

Am Pfingstmontag wird er von einem Vereinskollegen begleitet, der zeigt, wie man im Mittelalter Kisten und Truhen herstellte. Das Klosterfest soll der Bevölkerung nicht nur das Mittelalter näher bringen, sondern insbesondere das mittelalterliche Wettinger Kloster. «An verschiedenen Themenführungen durch die Garten- und Klosteranlage wollen wir unsere Reichtümer zeigen», sagt Beni Egloff, Leiter der Klostergärtnerei. Ein Historiker führt die Besucher von der Turmspitze zur Limmat, ein Biologe informiert über seltene Pflanzen und die Führung durchs Kloster gibt einen Überblick über die Anlage und Räume. Ein Postenlauf durch den Garten soll den Kindern spielerisch Wissen über das Gärtnern und die Garten- und Klosteranlage vermitteln. Die Kinder dürfen selber etwas anpflanzen, seltenes Gemüse probieren oder herausfinden, welcher Geschmack zu welcher Pflanze passt. Am Klosterfest wird zudem eine speziell auf sie zugeschnittene Führung stattfinden, bei der sie sehen, wo sich die Mönche im Mittelalter gewaschen oder aufgehalten haben. Zudem machen sie Halt im Brudersaal, wo sie auf Wachstafeln und mit Gänsekiel schreiben lernen. (az)

Klosterfest: Pfingstmontag, 25. Mai, ab 11 Uhr, Kloster Wettingen. Führungen im Halbstundentakt von 11.15 bis 15.15 Uhr sowie Stände im Klostergarten von 11 bis 16 Uhr für die ganze Familie. Eintritt frei, Führungen 10 Franken pro Person, ohne Anmeldung, bei jedem Wetter.