Baden/Region

Werner Twerenbold: Sein Tod löst grosse Betroffenheit aus

Weggefährten aus Politik und Wirtschaft reagieren bestürzt auf den Tod von Werner Twerenbold. Der mutige Reiseunternehmer starb vergangenen Dienstag nach einem Unfall.

Die Nachricht von Werner Twerenbolds Tod löst weit über die Region Baden hinaus Betroffenheit aus. Am Dienstag war der Reiseunternehmer nach einem Verkehrsunfall im Alter von 69 Jahren verstorben.

Der mehrfach ausgezeichnete Unternehmer war in der Stadt, in der Region und über den Kanton hinaus in Wirtschafts- wie auch in politischen Kreisen sehr gut vernetzt. Entsprechend bestürzt haben ehemalige Weggefährten und Freunde die Todesnachricht aufgenommen.

«Ich bin tief traurig. Werner war einer meiner engsten Weggefährten», erinnert sich Alt CVP-Stadtammann Josef Bürge, der die Stadt von 1985 bis 2006 regierte. Kein Zufall, gehörte Twerenbold doch ebenfalls den Christdemokraten an und sass für diese von 1997 bis 2005 im Einwohnerrat.

«Zu Beginn drückten wir quasi noch gemeinsam die Bank. Später als Stadtammann habe ich ihn als Fraktionspräsidenten sehr geschätzt», sagt Bürge. Mit viel Geschick, aber auch viel Herz habe Twerenbold aus einer kleinen Firma ein blühendes Unternehmen geformt, das heute europaweit geschätzt werde.

Bürge erinnert sich weiter: «Was viele nicht wissen: Werner hatte auch eine grosse Ader für die Kunst. So war er Ende der 80er-Jahre der erste Reiseunternehmer im Kulturreisebereich, indem er Reisen nach Ostdeutschland organisierte.

So kam es vor, dass gleichzeitig über 70 Busse an die Semperoper nach Dresden fuhren.» Weiter habe Twerenbold bei der Umwandlung der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) in eine Aktiengesellschaft eine tragende Funktion gespielt. «Wenn ich an Werner denke, wird mir seine positive Gesinnungsart in Erinnerung bleiben. Er hatte immer auch ein Herz für Menschen auf der Schattenseite des Lebens.»

Grosse Trauer um Werner Twerenbold

Grosse Trauer um Werner Twerenbold

Konkurrenz voll des Lobes

Seit rund 50 Jahren kannte Roland Wunderli, Chef der Badener Taxi und ehemaliger FC-Baden-Präsident, den Verstorbenen. «Ich bin tief bewegt; meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinem Sohn.»

Mit Werner Twerenbold habe die Stadt Baden einen ihrer ganz grossen Unternehmer verloren. «Er war es auch, der Ende der 70er-Jahre erfolgreich den Zusammenschluss verschiedener Badener Taxiunternehmen vorantrieb.»

Wunderli beschreibt Twerenbold «als Patron mit viel Menschlichkeit. Er hatte eine grosse soziale Ader und nahm sich für jeden Mitarbeiter Zeit für ein Gespräch, sofern dieses gewünscht war.»

Und er sei vor alle auch ein mutiger Unternehmer gewesen, «wenn ich etwa daran denke, wie er in Rütihof auf der grünen Wiese das Busterminal realisierte. Er hatte Visionen und setzte diese in die Realität um.»

Gross ist die Bestürzung auch bei Twerenbolds Konkurrenz – der Knecht Reisegruppe in Windisch. «Werners Tod hinterlässt eine grosse Lücke. Ich spreche den Angehörigen mein tiefes Beileid aus und wünsche Ihnen viel Kraft in dieser schwierigen Phase», sagt Thomas Knecht, VR-Präsident der Knecht-Holding.

Der Verstorbene habe einen grossen Beitrag geleistet, dass der Bus als modernes, zeitgemässes und ökologisches Verkehrsmittel gesehen werde. «Ich habe viel Respekt für sein Schaffen und seine Leistung. Stillstand war nicht sein Ding. Er war stets aktiv, auch als Konkurrent. Aber auch fair und mit Augenmass.»

Twerenbold sei eine Respektsperson gewesen für seine Mitarbeitenden. «Und er glaubte daran, etwas Nützliches für seine Kunden zu schaffen», so Knecht.

Bestürzt und gleichzeitig ebenfalls voll des Lobes ist Roger Geissberger, CEO der Knecht Reisen. «Werner Twerenbold war ein Pionier und ein toller Reisenternehmer. «Vor allem war er bei aller Beharrlichkeit aber stets ein fairer Partner und Konkurrent.»

Mit Werner Twerenbold verliert nicht nur die Region einen bedeutenden Unternehmer, sondern insbesondere auch die nationale Reisebranche. Angelo Heuberger, Herausgeber des Reise-Fachmagazins «Travel Inside», kannte Twerenbold persönlich.

«Er war nicht ‹nur› Touristiker, sondern ein klassischer Unternehmer und Patron. In der Reisebranche war er als hartnäckiger, aber fairer Verhandlungspartner bekannt.» Immer wieder habe er dabei mutige Entscheide getroffen – etwa mit Investitionen in den neuen Firmensitz mit Bushof in Baden-Rütihof oder mit seinem Engagement im Flussreisengeschäft. «Dadurch trieb er nicht nur sein eigenes Unternehmen voran, sondern machte auch der ganzen Branche Mut, etwas zu wagen.»

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