Die Baupläne sind ausgearbeitet. Das Projekt wurde auf seine Umweltverträglichkeit geprüft und gemäss Kanton bestehen keine Risiken. Eigentlich könnte Merz zufrieden sein. Wären da nicht die Bedenken der Bevölkerung.

22 Einsprachen gingen bei der Gemeinde Birmenstorf gegen das Baugesuch ein. «Die Bürger sind gegenüber solchen Projekten skeptisch», sagt Merz. Die Gemeinde schreibt in einer Mitteilung: «Die Hauptsorgen bei den Einsprachen sind der befürchtete Lärm und Staub.»

Aus Bauschutt wird Beton

Dass es solche Immissionen gibt, streitet Merz nicht ab. Seine Recycling-Anlage soll Bauschutt verarbeiten. Dabei werden beispielsweise Backsteine oder Strassenbeläge zu Kies oder Beton wiederverwertet. Ebenso wie aus Altglas neue Flaschen entstehen, entstehen aus Bauabfällen neue Häuser.

Den Befürchtungen der Birmenstorfer Bevölkerung zu Lärm und Staub hält Thomas Merz entgegen, dass zwei Schutzwälle beim Gelände geplant sind. «Die Anlage befindet sich zudem in einer Senke, sodass der Lärm geschluckt wird», sagt Merz. Den Staub würden eine Bewässerungsanlage und mehrere Hecken abfangen.

Bewährtes Verfahren im Aargau

Die neue Anlage zur Bauschuttverwertung wäre nicht die erste im Kanton Aargau. Die Firma Huber AG betreibt eine solche in unmittelbarer Nähe der Stadt Aarau. Eine weitere Anlage ist jene der Firma Häfeli AG in Lenzburg. «Wir hatten nie Probleme mit Reklamationen wegen Lärm und Staub», sagt Peter
Huber, Bereichsleiter Entsorgung bei Häfeli AG.

Da die geplante Anlage in Gebenstorf rund 700 Meter vom Siedlungsgebiet entfernt liegt, hält Huber das Vorhaben als unbedenklich: «Bei einer solchen Distanz werden Lärm und Staub kaum jemanden stören.» Trotzdem muss Thomas Merz jetzt sein Projekt überarbeiten. Das schafft aber Probleme. Er kann seine Recycling-Anlage nicht in ein Gebäude verlegen, da das Gelände in einer Zone liegt, wo Hochbauten nicht erlaubt sind. Zudem wäre ein solches Vorhaben zu teuer. Zwar betreibt Thomas Merz schon eine Recycling-Anlage in Turgi – diese Verträge werden aber in eineinhalb Jahren auslaufen.

Thomas Merz sieht dennoch etwas Positives an seiner Situation: «Der Widerstand ist stets sachlich und richtet sich nicht gegen das Unternehmen.» Am Sinn seiner Recycling-Anlage zweifelt er nicht. «Ich bin überzeugt, dass dieses Verfahren Zukunft hat», sagt Merz.