Wettingen
Bis 2030 sollen Gemeinde-Liegenschaften nur noch erneuerbare Energie verbrauchen

Gemeinde-Liegenschaften tragen einen grossen Teil zu Wettingens Energieverbrauch bei. Weil viele Sanierungen und Neubauten anstehen, hat der Gemeinderat im neuen Energieleitbild ökologische Standards für den Bau genauer definiert – damit soll auch das Potenzial für Sonnenergie besser ausgeschöpft werden.

Rahel Künzler
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Das nach Minergie-P-Standard erbaute Schulhaus Zehntenhof soll als Vorbild für zukünftige Bauten der Gemeinde dienen.

Das nach Minergie-P-Standard erbaute Schulhaus Zehntenhof soll als Vorbild für zukünftige Bauten der Gemeinde dienen.



Archiv/Chris Iseli

Wettingen erhält ein neues Energieleitbild – nach elf Jahren. Der Gemeinderat hat das Dokument, in dem die Grundsätze zur Energiestrategie festgehalten sind, überarbeitet. «In zehn Jahren ist viel passiert», sagte Gemeindeammann Roland Kuster (Die Mitte) an der Medienkonferenz am Montag. Während das ursprüngliche Leitbild noch stark auf den Gebäudesektor fokussiert war, habe man die Energiethematik nun ganzheitlicher betrachtetet.

Wie der Gemeinderat erneuerbare Energien zu fördern gedenkt, ist im Energieleitbild 2021 nun detaillierter beschrieben – und zwar separat für die Bereiche Holzenergie, Erdwärme, Energieverbünde und Sonnenenergie. Neu ist auch die E-Mobilität enthalten. Zudem sind ökologische Standards für öffentliche Bauten genauer definiert.

Martin Egloff, Gemeinderat (FDP) und Präsident des Energieausschusses. sagte:

«Wettingen muss sich energiepolitisch nicht verstecken.»

Die Energie Wettingen (EW) AG liefere in der Grundversorgung schon jetzt Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen. Als ein weiteres positives Beispiel nennt Egloff das Schulhaus Zehntenhaus, das nach Minergie-P-Standard erbaute wurde – mit Holzschnitzelheizung und Solaranlage.

Gemeinderat Martin Egloff (FDP)

Gemeinderat Martin Egloff (FDP)

zvg

Die gemeindeeigenen Gebäude verursachen anteilsmässig aber immer einen sehr hohen Energieverbrauch, so Egloff. Weil insbesondere in den Schulen viele Sanierungen und Neubauten anstehen, sei es deshalb wichtig, Standards für öffentliche Bauten festzulegen. So soll gemäss Energieleitbild 2021 nur noch nach Minergie-P-Standard gebaut werden, bis zum Jahr 2030 der Strombedarf von kommunalen Liegenschaften zu 100 Prozent durch erneuerbare Energiequellen gedeckt sein.

Bei der Umsetzung der Energiestrategie übernimmt die EW eine wichtige Rolle. Der Energiedienstleister, der seit 2016 nicht mehr als Abteilung der Gemeindeverwaltung, sondern als selbstständige Aktiengesellschaft handelt, hat erst Anfang August zwei E-Tankstellen beim Rathaus eingerichtet und gemeinsam mit dem Tägi als Partner die bisher grösste Solaranlage in Wettingen installiert. EW-Verwaltungsratspräsident und Vizeammann (SP) Markus Maibach sagt:

«Damit wir künftig mehr Fotovoltaikanlagen realisieren können, ist eine enge Abstimmung mit der Gemeinde wichtig.»

So sei das Flachdach des neuen Bezirksschulgebäudes so konzipiert, dass darauf künftig eine Fotovoltaikanlage installiert werden kann. In einem Postulat forderte die FDP-Fraktion Ende Mai, dass die Gemeinde Flächen auf Hausdächern und Fassaden freihält, um Wettingens Potenzial für Sonnenenergie besser auszuschöpfen. Der Gemeinderat hat dieses Anliegen bereits im neuen Energieleitbild aufgenommen.

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