Wettingen
Wettingen: CVP verliert zwei Sitze, GLP zieht ins Parlament ein

Im neuen Wettinger Gemeindeparlament kommen die CVP und die SVP nun auf je zwölf Sitze.

Dieter minder
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Wettingen aus der Vogelperspektive.

Wettingen aus der Vogelperspektive.

Drei Sitze haben die Stimmenden an andere Parteien vergeben: Die CVP musste zwei und das Forum 5430 einen abgeben. Nutzniesser waren die SP mit einem Sitzgewinn und die erstmals in Wettingen antretende GLP mit neu zwei Sitzen. Die anderen Parteien im 50-köpfigen Gemeindeparlament konnten ihre Sitze für die nächste Amtsheit halten.

CVP bleibt stärkste Partei

«Wenn neue Parteien antreten, besteht immer die Gefahr, dass die CVP verliert», sagt Thomas Meier, Wahlkampfleiter der Partei. Sie hat zwei Sitze verloren und ist nun gleich gross wie die SVP. Mit 56 046 Parteistimmen bleibt sie aber die stärkste Partei. Noch deutlicher ist der Unterschied, wenn man die Kandidatenstimmen betrachtet. Sie vereinigte 40 525 auf sich und damit rund 25 Prozent mehr als die SVP.

Die SP gewinnt einen Sitz

«Wir sind am Feiern», kommentiert Patrick Neuenschwander am Sonntag Nachmittag die Wahlergebnisse der SP. Die Partei hat einen Sitz gewonnen und verfügt nun wieder über neun Sitze im Gemeindeparlament. Zugleich konnte sie mit Markus Maibach den Sitz im Gemeinderat halten. «Sicher hat die Dynamik bei den Gemeinderatswahlen auch zum Ergebnis bei den Einwohnerratswahlen beigetragen», sagt Neuenschwander. «Der einzig weniger positive Aspekt: Yvonne Feri wurde nicht zum Vizeammann gewählt.» Neuenschwander ist überzeugt, dass die Arbeit der vergangenen vier Jahre und die attraktive Liste zum Erfolg beigetragen haben. Mit Alain Burger und Celina Feri, der Tochter von Gemeinderätin Feri, ziehen zwei Junge auf der Liste der SP in den Rat ein. Voraussichtlich wird auch Kristin Lamprecht noch nachrutschen, denn Markus Maibach wurde nicht nur in den Gemeinderat, sondern auch in den Einwohnerrat gewählt. Diesen Sitz wird er aber wohl aufgeben.

EVP befürchtete Sitzverlust

«Wir sind dankbar, dass wir drei Sitze halten konnten», sagt Helen Suter von der EVP. Da mit der GLP eine neue Partei antrat, habe die EVP einen Sitzverlust befürchtet. Für die Partei zeigt das Wahlergebnis auch, dass der Wandel gelungen ist. Bisher galt Heiner Studer, der sich aus dem Gemeinderat zurück zieht, als die dominierende Figur. «Mit Marie Louise Reinert haben wir neben Heiner Studer eine starke Person», sagt Suter. Ob ihr Sitz im Gemeindeparlament auch noch zu vergeben ist, kann sie noch nicht sagen. Sie hatte auch als Gemeinderätin kandidiert, wurde aber nicht gewählt und überlegt sich im zweiten Wahlgang anzutreten.

Wettigrüen konnte Sitze halten

«Für mich ist besonders erfreulich, dass wir auf den Ersatzplätzen drei junge Leute haben», sagt Leo Scherer Wettigrüen. Die Partei konnte ihre drei Sitze halten und die amtierenden Einwohnerräte wurden bestätigt. «Wir können somit zufrieden sein», sagt Scherer. Das erste Ersatzmitglied auf der Liste ist seine Tochter Maja.

Zwei Sitze für die neue GLP

«Das ist ein schöner Erfolg», sagt Ruth Jo. Scheier von der GLP. Die erstmals antretende Partei hat auf Anhieb zwei Sitze errungen. Ihre Liste hatte lediglich fünf Köpfe gezählt. Ob einer der Nichtgewählten nachrutschen kann, lässt sie offen. Scheier hatte auch als Gemeinderätin kandidiert, wurde aber nicht gewählt. «Noch haben wir nicht entschieden, ob ich im zweiten Wahlgang antreten werde», sagt Scheier.

Graf verteidigte Sitz der BDP

Mit einer Dreierliste war die BDP angetreten. Als einziger wurde der amtierende Einwohnerrat Heinz Graf bestätigt. als Vizepräsident der BDP Bezirkspartei leitet er auch die Ortspartei. «Ich hätte gerne künftig einen Parteikollegen neben mir im Einwohnerrat gehabt», sagt er. Es gelang der Partei aber nicht, einen zweiten Sitz zu erobern. Graf hofft jedoch, dass Michael Merkli beim zweiten Anlauf, im November in den Gemeinderat gewählt wird.

Gute Arbeit wird bestätigt

«Bei der Ausgangslage mit einer neuen Partei war es schwierig abzuschätzen, wer Sitze abgeben muss», stellt Yvonne Vogel, Präsidentin der FDP fest. Vogel ist deshalb sehr zufrieden, dass die FDP keinen Verlust einfahren musste. «Das ist sicher auch eine Bestätigung für die Arbeit, die wir in den letzten Jahren geleistet haben.» Positiv ist für sie auch, dass Désirée Mollet mit einem sehr guten Resultat in die Schulpflege gewählt wurde, und Judith Gähler-Brunner in diesem Gremium bestätigt wurde.

Strategie nicht aufgegangen

«Damit haben wir nicht gerechnet, die Enttäuschung ist gross», sagt Marco Kaufmann vom Forum 5430. Die Partei hatte erwartet, dass ihr Name und das momentane Amt des Einwohnerratspräsidenten genügend Gewicht für eine Bestätigung der beiden Sitze hätte. «Diese Strategie ist nun nicht aufgegangen.» Über das weitere Vorgehen sollen in den nächsten Tagen Gespräche geführt werden. Bisher bildete das Forum mit der EVP eine Fraktion. «Mit nur noch vier Mitgliedern sind wir dafür zu klein», sagt Kaufmann.

SVP denkt an Finanzkommission

«Im Prinzip hat sich nichts verändert», sagt SVP-Präsident Daniel Frautschi. In der Mitte und Links seien Sitze verhoben worden. Er geht davon aus, dass die Ratsarbeit konstruktiver wird: «Die GLP politisiert ökonomisch sehr bürgerlich.» Zudem sei die Vormachtstellung der CVP gebrochen worden. Ob die Partei jetzt Anspruch auf den Präsidentensitz der Finanzkommission erhebt, will er noch offen lassen, aber: «Jürg Baumann leitet in der Finanzkommission gute Arbeit und wäre sicher ein guter Präsident.»

Wettingen zählt 12 501 Stimmberechtigte, davon haben 4880 einen Wahlzettel abgegeben. 15 Wahlzettel waren leer und 140 ungültig. Damit verbleiben noch 4725 Wahlzettel. Davon waren 1023 unverändert und insgesamt 3702 hatten die Stimmenden verändert, also Personen gestrichen oder mit anderen Namen ergänzt.

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