Wettingen
«Die zweitgrösste Partei soll wieder vertreten sein»: Die SVP will zurück in den Wettinger Gemeinderat

Die Gesamterneuerungswahlen in Wettingen werden spannend: Mit dem langjährigen Einwohnerrat Markus Bader sind es nun zehn Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für die sieben Sitze im Gremium bewerben. Bader visiert auch das Amt des Vizeammanns an.

Claudia Laube
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Nach 14 Jahren im Einwohnerrat kandidiert Markus Bader nun als Vizeammann und Gemeinderat.

Nach 14 Jahren im Einwohnerrat kandidiert Markus Bader nun als Vizeammann und Gemeinderat.

Zvg

Er gehört zu den wenigen Urgesteinen im Wettinger Einwohnerrat: Markus Bader, 56, ist seit 14 Jahren der SVP-Fraktion im Parlament angehörig. Nun will er auf die andere Seite: Er kandidiert an den Gesamterneuerungswahlen am 26. September für einen Sitz in der Exekutive, er will Vizeammann werden. «Ich finde es wichtig, dass die zweitgrösste Partei Wettingens wieder im Gemeinderat vertreten ist», sagt Bader.

Zu den Erneuerungswahlen vor vier Jahren war der damalige SVP-Gemeinderat, Daniel Huser, nach 16 Jahren im Amt nicht mehr angetreten. Der von der SVP portierte Daniel Notter scheiterte knapp an Markus Haas, der seither für die FDP im Gremium sitzt.

Der Entschluss, für den Gemeinderat zu kandidieren, sei in den letzten vier Jahren gereift, erklärt Bader:

«Dass der Einwohnerrat speziell bei Bauvorhaben so oft vor vollendete Tatsachen gestellt wird, das geht nicht.»

Auch die Limmattalbahn ist etwas, das ihm unter den Nägeln brennt. Das laufe so nebenbei – obwohl es sich um eine grosse Geschichte handelt: «Die Limmattalbahn wäre ein Schnitt mitten durch Wettingen.» Er würde es begrüssen, wenn besonders bei diesem Thema die Meinung der Bevölkerung frühzeitig abgeholt würde. Er selbst hält die Bahn für unnötig, weil das 21'000-Einwohner-Dorf bereits gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen sei; und auch die laufenden Kosten, welche die Limmattalbahn mit sich bringen würden, sind ihm ein Dorn im Auge.

Er trete aber nicht an, um im Gemeinderat querzuschiessen, bekräftigt Bader: «Ich will dazu beitragen, dass die Kommunikation mit der Bevölkerung und die Planung von Bauvorhaben optimiert werden.»

Die Feuerwehr als Keimzelle für politisches Engagement

Baders Interessen liegen, nicht verwunderlich, bei Hoch- und Tiefbau-Themen, aber auch die Schulraumplanung liegt ihm am Herzen. Der Telematik-Teamleiter ist zum zweiten Mal verheiratet und Vater von sechs Kindern, zwei erwachsen, vier zwischen sechs und 14 Jahre alt. Bader stammt ursprünglich aus Basel, 1997 ist er der Liebe wegen nach Wettingen gekommen. Um sich rasch zu integrieren, trat er in die Feuerwehr ein. Hier nahm sein politisches Engagement seinen Anfang. Er wurde gefragt, ob er sich vorstellen könne, für den Einwohnerrat zu kandidieren. Dafür trat Bader der SVP bei: «Die allgemeine Stossrichtung der Partei liegt voll auf meiner Wellenlänge», erklärt er seine Parteiwahl.

Mit ihm kandidieren bislang zehn Personen für sieben Sitze im Gemeinderat. Neben allen Bisherigen auch der parteilose Andrea Bova, der Roland Kuster (Mitte) das Amt des Gemeindeammanns streitig macht. Noch kann man sich bewerben: Anmeldeschluss ist am Freitag, 12 Uhr.

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